Einigung mit Investor gefunden
Auch Domo-Standort in Premnitz ist gerettet
Nach Leuna gibt es nun auch für den zweiten Standort der insolventen Domo-Gruppe in Deutschland eine Zukunftslösung. Wie der Insolvenzverwalter mitteilte, wurde für Engineering Plastics in Premnitz eine Einigung mit einem Investor erzielt.
Am Standort Premnitz werden sogenannte Compounds, also technische Kunststoffe, gefertigt.
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Der Geschäftsbetrieb wurde laut der Mitteilung bereits
übergeben, der Standort sowie 50 Arbeitsplätze bleiben demnach erhalten. Für
weitere 20 Beschäftigen, die nicht Teil der Investorenlösung sind, wurde mit
dem Betriebsrat ein Interessenausgleich mit Sozialplan abgeschlossen.
Insolvenz zu Weihnachten 2025 angemeldet
Am Domo-Standort Premnitz werden Polyamid 6-Kunststoffe
veredelt. Das Unternehmen fertigt sogenannte Compounds, das heißt technische
Kunststoffe, bei denen Polyamid 6 gezielt mit Zusatzstoffen oder Additiven
kombiniert wird. Dadurch lassen sich Eigenschaften wie Festigkeit,
Hitzebeständigkeit, Steifigkeit oder Schlagzähigkeit präzise einstellen. Solche
Compounds werden vor allem in der Automobil-, Elektro- und Konsumgüterindustrie
eingesetzt.
Die Domo-Gesellschaft in Premnitz ist die letzte noch
verbliebene operative Gesellschaft von Domo-Chemicals in Deutschland. Die
deutschen Tochterunternehmen der Gruppe hatten am zweiten Weihnachtsfeiertag
2025 Insolvenz angemeldet und wurden vom Insolvenzverwalter fortgeführt. Ende
März konnte das Schwesterunternehmen Domo-Carproleuna an einen Investor
verkauft und 436 Arbeitsplätze erhalten werden. Alle Hintergründe in unserem Hintergrundartikel:
Einigung „trotz angespannter Lage“
„Besonders freut
mich, dass trotz der angespannten Lage in der Chemieindustrie der Großteil der
Arbeitsplätze gerettet werden konnte“, betonte Insolvenzverwalter Prof. Dr.
Lucas Flöther.
Mit der Übernahme hat nun auch der Standort Premnitz wieder eine Perspektive außerhalb der Insolvenz.
Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas Flöther
Die Gläubiger sowie die zuständigen Kartellbehörden haben laut
Flöther bereits zugestimmt. Nachdem inzwischen auch die Zustimmung des
französischen Insolvenzgerichts vorliegt, bei dem das Insolvenzverfahren der Domo-Schwestergesellschaft
Polytechnyl anhängig ist, konnte die Übertragung auf eine neue, insolvenzfreie
Gesellschaft vollzogen werden.
Investor übernimmt weitere Domo-Bestandteile
Hinter der Erwerbergesellschaft steht der branchenerfahrene
und international ausgerichtete Investor Lone Star Funds. Die Übernahme des
Standorts Premnitz ist Teil einer Gesamtübernahme, mit dem der Investor weitere
Teile der Domo-Gruppe außerhalb Deutschlands übernimmt.
So hatte Lone Star bereits Ende April 2026 die Übernahme von
Domo Engineered Materials sowie der Radici-Group bekannt gaben. Ziel ist es nach
eigenen Angaben, durch diese Kombination nach eigenen Angaben einen weltweit
führenden „Tier-1-Compounder“ zu formen.