Nachhaltige Energieversorgung der Industrie
EU fördert 65 industrielle Wärmeprojekte
Die Europäische Kommission hat 65 Projekte ausgewählt, die sich damit befassen, industrielle Wärme zu dekarbonisieren. Diese erhalten zusammengenommen rund 400 Mio. Euro aus dem Emissionshandelssystem der EU.
13 der geförderten Projekte sind für die Chemieindustrie.
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Die 65 Projekte, die die Europäische Kommission im Rahmen der ersten EU-weiten Auktion zum Dekarbonisieren industrieller Wärmeerzeugung ausgewählt hat, verteilen sich auf folgende zehn Länder: Österreich (1), Belgien (6), Tschechien (2), Dänemark (2), Frankreich (21), Deutschland (4), Ungarn (1), Portugal (3), Slowenien (1) und Spanien (24). Insgesamt gingen während der Ausschreibung 85 Anträge ein.
Ziel ist es, fossile Wärmesysteme in der Industrie zu ersetzen und den Einsatz elektrifizierter sowie erneuerbarer Wärmetechnologien auszubauen. Die Projekte sollen über einen Zeitraum von zehn Jahren mehr als 6,6 Mio. Tonnen CO2 einsparen. In den ersten fünf Betriebsjahren wird eine Produktion von rund 16,3 TWh dekarbonisierter Wärme erwartet. Die installierte thermische Leistung beträgt insgesamt 766 MW. Dies entspricht einem Ersatz von mehr als 1,5 Mrd. m3 Erdgas innerhalb von fünf Jahren.
Die Förderung umfasst insgesamt etwa 400 Mio. Euro aus dem Emissionshandelssystem der EU. Die Mittel sollen das Umsetzen der Projekte sowie deren Beitrag zur Energieversorgung und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie unterstützen. Technologisch decken die Vorhaben ein breites Spektrum ab. Der Schwerpunkt liegt auf direkter und indirekter elektrischer Widerstandsheizung. Weitere Ansätze umfassen Wärmepumpen, solarthermische Anlagen, elektromagnetische und dielektrische Verfahren sowie Kombinationstechnologien.
Drei Projektkategorien über Branchen hinweg
Die Projekte stammen aus verschiedenen Industriesektoren. Dazu zählen unter anderem Lebensmittel- und Getränkeproduktion, Textilindustrie und Pharmaindustrie. Darüber hinaus profitieren Branchen wie Papier- und Zellstoffindustrie, Glas-, Keramik- und Baustoffproduktion sowie Eisen- und Stahlindustrie.
Die Auktion war in drei Kategorien gegliedert:
- Fünf Projekte im Bereich hochtemperierter Wärme erhalten zusammen 62,1 Mio. Euro.
- 44 Projekte mit mitteltemperierter Wärme über 5 MW erhalten 286,5 Mio. Euro.
- 16 Projekte mit mitteltemperierter Wärme zwischen 3 und 5 MW erhalten 47,9 Mio. Euro.
Die Europäische Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt wird nun die Vorbereitung der Förderverträge übernehmen. Die Unterzeichnung ist für die zweite Hälfte des Jahres 2026 vorgesehen. Die Projekte müssen innerhalb von zwei Jahren nach Vertragsunterzeichnung ihre Finanzierung abschließen und innerhalb von vier Jahren in Betrieb gehen. Es laufen bereits Vorbereitungen für eine zweite Auktion im Jahr 2026 mit einem Budget von einer Milliarde Euro.