Der Kaufvertrag sowie die notarielle Beurkundung wurden am
31. März abgeschlossen. Der Betrieb ging bereits zum 1. April über. „Das war
eine Rettung in letzter Minute in einem in jeder Hinsicht ungewöhnlichen
Verfahren“, betonte Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas Flöther, der den
Geschäftsbetrieb seit Ende Dezember fortführte. Weil in der insolventen Domo
Caproleuna GmbH praktisch kein Geld für die Finanzierung des laufenden Betriebs
vorhanden war, hätte das Chemiewerk unter normalen Umständen bereits im Januar
stillgelegt werden müssen.
Allerdings war dies aus rein praktischen Gründen nicht
möglich: Bei winterlichen Temperaturen lassen sich die Anlagen nicht ohne
Umweltgefahren sicher herunterfahren. Das Land Sachsen-Anhalt hatte deshalb aus
Gründen der Gefahrenabwehr im Rahmen einer sogenannten „Ersatzvornahme“
angeordnet, die Anlagen maximal bis Ende März in einem reduzierten Notbetrieb
weiter zu fahren und so zu sichern. Damit blieb die Tür geöffnet für eine
Investorenlösung, die nun mit der Übernahme durch die beiden Unternehmen
gefunden wurde.
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„Industrieruine“ wurde verhindert
Aus Sicht des Standortbetreibers Infraleuna steht dabei
insbesondere der Erhalt des Verbundes im Fokus. „Mit der Übernahme ist es
gelungen, einen erheblichen Schaden vom Chemiestandort Leuna abzuwenden. Der
Standort- und Stoffverbund kann weiter aufrechterhalten werden“, erklärte
Geschäftsführer Dr. Christof Günther. Damit bleibe die industrielle
Funktionsfähigkeit des Standortes erhalten – eine zentrale Voraussetzung für
dessen weitere Entwicklung.
Noch deutlicher formuliert es Klaus Paur, Geschäftsführer des
Partners Leuna-Harze: „Unser oberstes Ziel war es, eine Industrieruine zu
verhindern. Die Investition in die neue Gesellschaft war dafür notwendig und
richtig.“ Der Kunststoff-Hersteller ist auf die Funktionsfähigkeit des
Chemieverbunds in Leuna angewiesen.
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Über 400 Arbeitsplätze bleiben erhalten
Auch für die Mitarbeitenden am
Standort ist die gefundene Lösung eine gute Nachricht. So übernimmt die neu
gegründete Erwerbergesellschaft, die unter dem Namen Leuna-Polyamid firmiert, neben
dem Standort und der Immobilie in Leuna auch insgesamt 436 der zuletzt rund 500
Beschäftigten.
Konkret von der Übernahme
betroffen sind die Geschäfte der Caproleuna GmbH, die organische Basisprodukte
(z. B. Caprolactam, Phenol, Aceton) und Polyamid 6 („Nylon“) als Hauptprodukt
her
Stellt. Das Produkt wird u.a. in
der Automobilindustrie, der Elektro- und Elektronikbranche sowie bei
hochwertigen Konsumgütern für leichte, langlebige und leistungsfähige Bauteile
eingesetzt.
„Ganz entscheidend war bei
alledem, dass die Beschäftigten hochgradig professionell mit dieser schwierigen
Situation umgegangen sind und die Anlagen jederzeit sicher am Laufen gehalten
haben“, erklärte Insolvenzverwalter Flöther. „Das verdient größten Respekt.
Umso mehr freut mich, dass sich der Einsatz gelohnt hat und der Standort sowie
ein Großteil der Arbeitsplätze gerettet werden konnte.“
Noch keine Lösung für Veredelungsgeschäft
Die Veredelungsgeschäft der Domo
Engineering Plastics ist dagegen nicht Teil der Auffanglösung. Das im
brandenburgischen Premnitz ansässige Unternehmen mit rund 70 Beschäftigten soll
im eröffneten Insolvenzverfahren bis auf weiteres durch den Insolvenzverwalter
fortgeführt werden.
Auch die Domo Chemicals GmbH in
Leuna, die über keinen operativen Geschäftsbetrieb verfügt und bisher die
administrativen Funktionen der drei deutschen Unternehmen gebündelt hat, wird
nach einer Übergangsphase im April die Stilllegung einleiten müssen. Das
Unternehmen beschäftigt rund 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.