Recyceltes Anilin aus Hartschaum-Abfällen aus Dämmstoffen
Covestro und Fraunhofer Umsicht entwickeln Hartschaum-Recycling
Covestro und Fraunhofer Umsicht wollen eine vom Konzern entwickelte Pyrolysetechnologie für das Recycling von Polyurethan-Hartschaum kommerzialisieren. Dafür planen die Partner eine Pilotanlage, die 2.000 t/ End-of-Life-Schaum behandeln kann.
Dämmstoffe lassen sich mit der Technologie in recyceltes Anilin umwandeln.
Fraunhofer Umsicht / Sabrina Bauer
Der Kunststoffhersteller Covestro und das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (Umsicht) haben vor, eine Pilotanlage für die Pyrolyse von Abfällen aus Polyurethan-Hartschaum (PUR) zu bauen und zu betreiben. Die Inbetriebnahme der Anlage, die Anilin produziert, ist für 2028 angesetzt. Die Abfälle sollen hauptsächlich aus PUR- und Polyisocyanurat-Dämmstoffen (PIR) stammen.
Mit der Technologie des Kunststoffherstellers lassen sich Dämmstoffabfälle aus Kühlschränken und der Bauindustrie in hochreines recyceltes Anilin zur Produktion von MDI (Methylendiphenyldiisocyanat) umwandeln. Das Forschungsinstitut soll seine Expertise in der Pyrolyseforschung und vorhandene technische Infrastruktur zum chemischen Recycling nutzen, um den Prozess umzusetzen und zu skalieren. Das aus dem recycelten Anilin gewonnene MDI erfüllt dieselben Reinheitsstandards wie konventionelles MDI und weist dabei einen um bis zu 40 % geringeren CO₂-Fußabdruck im Vergleich zu herkömmlichen, fossilen Produktionswegen auf.
Der MDI-Markt für Hartschaum wird allein in Europa voraussichtlich von 1.400 kt im Jahr 2025 auf 1.900 kt im Jahr 2035 anwachsen, getrieben durch die steigende Nachfrage nach energieeffizienter Dämmung von Gebäuden und in der Kühlgeräteindustrie. EU-Vorschriften und Marktanforderungen verlangen zunehmend skalierbare End-of-Life-Lösungen für PUR/PIR-Hartschaum.