Kongress als Fitnessprogramm für den europäischen Anlagenbau
Das bringt der Engineering Summit 2026
Wettbewerbsfähigkeit, neue Märkte, schnellere Projekte und KI: Ist der europäische Anlagenbau fit für die Zukunft? Der Engineering Summit fühlt am 15. und 16. September 2026 mit den Top-Entscheidern aus Anlagenbau und Industrie den Puls der Branche.
Jona GöbelbeckerJonaGöbelbeckerChefredakteur CHEMIE TECHNIK und Pharma+Food
4 min
Anlagenbau im Stärketest: Die Teilnehmer des Engineering Summit 2025 zeigten sich bereit für die Herausforderungen der Zukunft.Engineering Summit
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Der europäische Anlagenbau verfügt über viel technisches Know-how, steht aber zugleich unter erheblichem Veränderungsdruck. Internationale Wettbewerber, geopolitische Unsicherheiten, hohe Kosten und fehlende Fachkräfte fordern etablierte Geschäfts- und Projektmodelle heraus. Unter dem Leitgedanken „Fitnessprogramm für den europäischen Anlagenbau“ sucht der Engineering Summit 2026 nach konkreten Antworten. Am 15. und 16. September treffen sich dazu im Darmstadtium Führungskräfte aus Anlagenbau, Engineering und Betreiberunternehmen.
Bei der inzwischen zwölften Ausgabe des Branchentreffens stehen wieder die Themen auf dem Programm, die die Branche aktuell bewegen – geordnet in insgesamt sieben Themenblöcken. Sie reichen von der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Europa über neue Absatzmärkte und resilientere Projekte bis zur Zusammenarbeit zwischen Betreibern und EPCs. Auch die veränderten Kompetenzanforderungen, die Rolle von Start-ups und der Einsatz künstlicher Intelligenz werden diskutiert. Erwartet werden mehr als 250 Teilnehmer und über 30 Speaker, unter anderem von BASF, Air Liquide, Covestro, Siemens Energy, SMS Group und dem VDMA.
Überblick: 12. Engineering Summit in Darmstadt
Mit dem Engineering Summit steigt am 15. und 16. September 2026 in Darmstadt wieder die wichtigste Veranstaltung des europäischen Anlagenbaus. Top-Speaker aus Industrie, Politik und Forschung liefern Impulse, Best Practices und kontroverse Debatten – ergänzt durch Networking-Sessions und eine Fachausstellung. Der Summit bietet damit einmal mehr die Plattform, um Trends zu setzen und Projekte der Zukunft auf den Weg zu bringen.
Zum Auftakt richtet sich der Blick auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Europas Anlagenbauer stehen für Engineering-Kompetenz, Qualität und Erfahrung bei komplexen Projekten. Doch diese Stärken allein garantieren keine führende Marktposition. Gefragt sind schnellere Prozesse, wettbewerbsfähige Kostenstrukturen und Strategien für eine zunehmend fragmentierte Weltwirtschaft.
"Damit Europa technologisch nicht abgehängt wird, brauchen wir dringend bessere Standortbedingungen und eine konsequente Marktüberwachung" - Bertram Kawlath, Präsident des VDMA.VDMA / Salome Roessler
VDMA-Präsident Bertram Kawlath, der zum ersten Mal auf dem Engineering Summit zu Gast sein wird, eröffnet das Programm mit einer Keynote zu den politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen starken europäischen Anlagenbau. Anschließend zeigt Sebastian Jureczek, Vorsitzender der Geschäftsführung von Air Liquide Deutschland, wie sich europäische Unternehmen strategisch, organisatorisch und technologisch aufstellen müssen, um ihre internationale Position zu behaupten. Ein Executive Talk führt beide Perspektiven zusammen und fragt nach den konkreten Aufgaben von Politik, Verbänden und Unternehmen.
Neue Regionen und der Wachstumsmarkt Defence
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Wenn traditionelle Absatzmärkte schwächeln, gewinnen neue Regionen und Anwendungen an Bedeutung.Oliver Richtberg, Leiter der Abteilung Außenwirtschaft beim VDMA, analysiert, wie Handelskonflikte, Industriepolitik, Energiepreise und staatliche Investitionsprogramme die weltweiten Marktchancen verschieben.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Defence-Sektor. Steigende Verteidigungsausgaben und der Aufbau resilienter Lieferketten eröffnen auch industriellen Zulieferern und Anlagenbauern neue Geschäftsmöglichkeiten. Allerdings gelten in diesem Markt besondere Anforderungen, etwa bei Sicherheit, Zertifizierung und Beschaffung. Götz Witzel von Wimcom erläutert Erfahrungen, Erfolgsfaktoren und mögliche Einstiegswege. Im anschließenden Executive Talk werden die handelspolitischen Entwicklungen und strategischen Konsequenzen für den Anlagenbau eingeordnet.
Welche Chance bietet der Aufschwung der Rüstungsindustrie für europäische Anlagenbauer?Vital - stock.adobe.com
Produktivität beginnt beim Projektmanagement
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Am Nachmittag des ersten Konferenztages laufen zwei Themenblöcke parallel. Einer davon widmet sich der Frage, wie Anlagenbauprojekte schneller, sicherer und resilienter werden können. Denis Nilges, Head of Project Management bei der SMS Group, überträgt dazu Erkenntnisse aus dem Katastrophenschutz auf moderne Projektorganisationen. Im Mittelpunkt stehen eine proaktive Steuerung, klare Entscheidungswege und belastbare Strukturen.
Wie KI das Projektmanagement von einer reaktiven zu einer vorausschauenden Disziplin weiterentwickeln kann, zeigt Joscha Zimmer von Thost Projektmanagement. Anwendungsfelder reichen von Termin- und Kostenprognosen über Frühwarnsysteme bis zum Claims Management. Hauke Jürgensen von Siemens Energy beleuchtet darüber hinaus die Bedeutung von Kommunikation und Stakeholdermanagement, wenn Großprojekte in eine kritische Phase geraten.
Ein Praxisbericht von Benjamin Fiedler, Vice President und Head of Engineering bei CAC Engineering, zeigt schließlich, wie ein mittelständischer Anlagenbauer eine schwierige Marktsituation für die strategische Neuausrichtung nutzte. Dabei geht es um neue Regionen und Kundengruppen ebenso wie um Digitalisierung und KI.
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Welche Fähigkeiten braucht der Anlagenbau künftig?
Parallel dazu beschäftigt sich der Summit mit den Rollen und Kompetenzen der kommenden Jahre. Frank Sundermann von Durch Denken Vorne Consult untersucht, wie KI die Anforderungen an Einkäufer verändert. Wenn operative Aufgaben zunehmend automatisiert werden, gewinnen Prozesssteuerung, Datenkompetenz, Entscheidungsqualität und Lieferantenmanagement an Bedeutung.
Anforderungen im Wandel: Welche Fähigkeiten werden für den zukünftigen Erfolg von Ingenieuren und Führungskräften entscheidend?Carlos - stock.adobe.com
Dr. Sebastian König von Air Liquide Global E&C Solutions bringt die Perspektive einer jungen Führungskraft ein. Sein Beitrag thematisiert neue Formen der Zusammenarbeit, digitale Werkzeuge, Geschwindigkeit und veränderte Erwartungen an Führung und Arbeitgeber. Ein Summit Talk unter anderem mit Lisa Schmitz von Hays vertieft im abschließenden Live-Gespräch die Frage, wie Unternehmen Talente gewinnen, entwickeln und halten können.
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Bühne frei für junge Unternehmen
Den Abschluss des ersten Tages bildet erstmals eine Startup-Stage. Harald Holzer vom Innovations- und Gründerzentrum Highest der TU Darmstadt erläutert zunächst, wie sich Forschungsergebnisse gemeinsam mit Industriepartnern in marktfähige Anwendungen überführen lassen.
Anschließend präsentieren junge Unternehmen ihre Lösungen für Engineering, Projektsteuerung, Automatisierung und Zusammenarbeit. Das Publikum entscheidet, welcher Ansatz Innovationskraft, Praxisrelevanz und Produktivitätspotenzial am überzeugendsten verbindet. Der Gewinner erhält den erstmals vergebenen Engineering Summit Startup Award. Danach geht der persönliche Austausch und das Networking bei der Abendveranstaltung in der Central Station weiter – auch hier ist geballtes Fachwissen inklusive.
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Die Abendveranstaltung bietet auch 2026 wieder Gelegenheit für Austausch und Vernetzung in gemütlichem Rahmen.Engineering Summit
Betreiber und EPCs suchen neue Partnerschaft
Der zweite Konferenztag beginnt mit dem Verhältnis zwischen Auftraggebern und Engineering-Partnern. Viele Produktivitätsverluste entstehen bereits in frühen Projektphasen – beispielsweise durch unklare Anforderungen, Medienbrüche, späte Änderungen und getrennte Verantwortlichkeiten. Der Themenblock „Vom Lastenheft zur Partnerschaft“ fragt deshalb, wie Betreiber, Owners Engineers und EPCs früher und enger zusammenarbeiten können.
Sebastian Mahler von Covestro und Tobias Schlichtmann von BASF setzen mit einer gemeinsamen Keynote den Rahmen. Dabei geht es um Datenqualität, Standardisierung, Automatisierung und die Anforderungen der Betreiber an ihre Engineering-Partner.
Anschließend arbeiten die Teilnehmer in parallelen Workshops an fünf Handlungsfeldern: Rollen und Erwartungen, Zusammenarbeit und Governance, neue Geschäftsmodelle, Produktivität in der Projektabwicklung sowie die Voraussetzungen für digitale Methoden und KI. Die Ergebnisse werden im Plenum vorgestellt und in einer offenen Fishbowl-Diskussion aus Betreiber-, EPC- und Technologiesicht eingeordnet.
Erstmals sind in diesem Jahr Workshops auf dem Programm: Hier arbeiten Betreiber und Anlagenbauer gemeinsam an den Projekten der Zukunft.Engineering Summit
KI zwischen Engineering und Exportkontrolle
Der letzte Themenblock richtet den Blick auf KI, Automatisierung und zunehmend autonome Anlagen. Oliver Franke, Technischer Geschäftsführer von Planting, zeigt anhand eines Use Cases, wie künstliche Intelligenz Engineering-Prozesse beschleunigen, Kosten senken und zugleich die Qualität verbessern kann.
Dass KI nicht nur in der Planung eingesetzt werden kann, verdeutlicht ein Beitrag von Metso Outotec zur Exportkontrolle. Anwendungen sollen dabei helfen, umfangreiche Informationen schneller auszuwerten, Compliance-Entscheidungen vorzubereiten und Risiken in internationalen Projekten frühzeitig zu erkennen.
Den Abschluss bildet der Summit Talk „Wo liegt die Zukunft des Engineerings – in Deutschland, in Indien oder in der KI?“. Silvia Kärtner von Covestro und Dr. Nils Schöche von Silvershift diskutieren, wie globale Arbeitsteilung, Fachkräftemangel und Automatisierung die Engineering-Organisationen verändern. Damit führt das Programm zurück zur übergeordneten Frage des Summit: Was muss der europäische Anlagenbau verändern, um auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben?
Nicht verpassen, jetzt anmelden!
Der Engineering Summit bringt am 15. und 16. September 2026 auf der wichtigsten Veranstaltung des europäischen Anlagenbaus wieder Top-Speaker aus Industrie, Politik und Forschung liefern Impulse, Best Practices und kontroverse Debatten. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen sollten sich Branchenvertreter diese einmalige Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung nicht entgehen lassen.