Konzernweite Struktur- und Sparmaßnahmen bis 2029

Evonik baut weitere Stellen in Deutschland ab

Evonik hat angekündigt im Rahmen von Sparmaßnahmen, weltweit zusätzlich zu den 2024 angekündigten 2.000 Stellen weitere 3.200 Stellen abzubauen. Zudem will der Chemiekonzern das Polyester-Geschäft 2027 einstellen.

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Luftaufnahme eines Evonik-Werksgeländes mit Industrieanlagen und Gebäuden in Witten.
Da das Polyester-Geschäft eingestellt wird, soll der Standort Witten mit 266 Beschäftigten geschlossen werden.

Zwischen 2027 und 2029 plant Evonik, weltweit über alle Geschäfts- und Verwaltungseinheiten hinweg insgesamt 3.200 Stellen abzubauen, davon 2.150 in Deutschland – das sind 10 % der aktuellen Mitarbeitendenzahl von 31.000. Diese Maßnahme erfolgt, nachdem der Chemiekonzern im Rahmen seines laufenden Programms „Tailor Made“ zwischen Oktober 2024 und Ende 2026 bereits 2.800 Stellen gestrichen hat.

Im Segment Custom Solutions hat der Chemiekonzern vor, 2027 das globale Polyester-Geschäft einzustellen. Dies betrifft die deutschen Standorte Witten und Marl sowie Shanghai, China. Das Polyester-Geschäft ist seit Jahren nicht mehr profitabel. Der Standort Witten mit 266 Beschäftigten wird 2027 geschlossen. Am Standort Marl fallen 45 Stellen weg, in der Produktionsanlage in Shanghai, China, 35 Stellen.

„Das Polyester-Geschäft zu beenden und die Produktion zu schließen, ist ein wirtschaftlich alternativloser Schritt“, sagt Lauren Kjeldsen, im Vorstand zuständig für das Segment. „Der globale Wettbewerbsdruck, strukturelle Nachteile in Europa und eine sich verringernde Marktdynamik haben dazu geführt, dass keine der untersuchten Alternativen für Evonik wirtschaftlich dauerhaft tragbar gewesen wäre.“

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Energie, Chemie (IGBCE) bewertet positiv, dass der vereinbarte Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen weiterhin gilt und für einen Großteil der Belegschaft Eingriffe in übertarifliche und tarifliche Leistungen verhindert werden konnten. Darüber hinaus konnten Eckpunkte vereinbart werden, die verhindern, dass eine erhebliche Anzahl von Arbeitsplätzen von Deutschland ins Ausland verlagert wird. Gleichzeitig erwartet die Gewerkschaft, dass alle anstehenden Maßnahmen in enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretungen umgesetzt werden und den Beschäftigten verlässliche Perspektiven bieten.