Für die 320-Megawatt-Wasserstoffanlage in Emden hat EWE den Industriedienstleister Bilfinger als letztes Gewerk mit Stahlbau, Rohrleitungs- und Komponentenmontage beauftragt. Der Auftrag zählt zu den größten im Projekt „Clean Hydrogen Coastline“.
So soll die 320-Megawatt-Wasserstoff-Erzeugungsanlage von EWE in Emden nach Fertigstellung aussehen. Das Projekt ist Teil des IPCEI-Vorhabens „Clean Hydrogen Coastline“.EWE
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Die Anlage zählt zu den größten ihrer Art in Europa. Sie stärkt den Industriestandort Niedersachsen und legt die Grundlage für neue Wertschöpfung rund um klimafreundliche Energien. Ab Ende 2027 soll in Emden der erste grüne Wasserstoff produziert und an industrielle Abnehmer geliefert werden.
Grundlage für marktfähige Wasserstoffverträge
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Blick auf die Baustelle in Emden: Hier entsteht eine 320-Megawatt-Anlage zur Erzeugung von Wasserstoff. Das Projekt zählt zu den größten Wasserstoffvorhaben Europas.Ludwig Freytag
Mit dem Auftrag an Bilfinger sieht EWE zentrale Voraussetzungen für die weitere Umsetzung der Anlage und für den nächsten Schritt im Markthochlauf erfüllt: den Abschluss langfristiger Lieferverträge für grünen Wasserstoff. Nach der Beauftragung für Elektrolyse, Verdichter und Bauleistungen ist dies das letzte wesentliche Vergabepaket. Mit dessen Vergabe sind nun alle wesentlichen Gewerke für die Anlage beauftragt. Der Fokus liegt laut EWE damit klar auf der Umsetzung. Die notwendige Grundlage, um mit Industriepartnern in konkrete Vertragsverhandlungen einzutreten sei damit nun gegeben. EWE steht hierzu mit mehreren Unternehmen in engem Austausch. Ziel ist es, verlässliche und wirtschaftlich tragfähige Lieferbeziehungen für grünen Wasserstoff aufzubauen. Tobias Moldenhauer, Geschäftsführer von EWE Hydrogen, sagt: „Mit der Vergabe der letzten großen Bauleistungen haben wir eine entscheidende Voraussetzung geschaffen: Wir haben jetzt eine belastbare Grundlage und können darauf aufbauend wettbewerbsfähige und langfristige Angebote für grünen Wasserstoff anbieten. Das ist ein zentraler Schritt vom Projekt hin zum Markt.“
Die Wasserstoff-Erzeugungsanlage in Emden ist Teil des IPCEI-Vorhabens „Clean Hydrogen Coastline“. EWE verbindet darin zentrale Elemente der Wasserstoff-Wertschöpfungskette – von der Erzeugung über Speicherung und Transport bis zur Lieferung. Damit soll in Niedersachsen ein integriertes System entstehen, das den Bedarf der Industrie nach klimaneutralen Energieträgern adressiert und gleichzeitig neue Wertschöpfung in der Region schafft.
Politische Rahmenbedingungen bleiben entscheidend
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Trotz der Fortschritte in der Umsetzung bleibt der Markthochlauf auf verlässliche politische Rahmenbedingungen angewiesen. Moldenhauer bdetont: „Unternehmen wie EWE investieren bereits entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Damit diese Investitionen verstetigt werden können, braucht es stabile Marktmechanismen, Planungssicherheit und pragmatische regulatorische Vorgaben, insbesondere auf europäischer Ebene.“
Die angekündigten Anpassungen bei der Ausgestaltung der Zusätzlichkeitskriterien sowie der jüngste Beschluss zur Weiterentwicklung der THG-Quote seien dafür wichtige Signale. „Gleichzeitig bleibt Handlungsbedarf, um den Hochlauf sauberer Technologien zu beschleunigen und internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Dafür müssen Investitionen in Projekte wie unseres in Emden auch künftig wirtschaftlich möglich bleiben“, so Moldenhauer.
Bilfinger übernimmt im Projekt die Detailplanung, Lieferung, Installation und Inbetriebnahme zentraler Anlagenkomponenten rund um die eigentliche Elektrolyse, sogenannte Balance-of-Plant-Komponenten. Dazu gehören unter anderem mehrere Kilometer Rohrleitungssysteme, die die verschiedenen Anlagenteile miteinander verbinden sowie Stahlbauarbeiten und die Integration technischer Nebenanlagen.