Nachhaltigkeit, Digitalisierung, neue Segmentstruktur: Die BASF will mit ihrer künftigen Strategie weiterhin schneller wachsen als der Markt. (Bild: BASF)

Nachhaltigkeit, Digitalisierung, neue Segmentstruktur: Die BASF will mit ihrer künftigen Strategie weiterhin schneller wachsen als der Markt. (Bild: BASF)

| von Ansgar Kretschmer

„Mit unserer neuen Strategie setzen wir die Segel auf Wachstumskurs“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Martin Brudermüller bei der Präsentation der neuen BASF-Strategie in Ludwigshafen. Er betonte dabei die positive Entwicklung der vergangenen Jahre: „Seit 2012 wuchs unser Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Abschreibungen und Sondereinflüssen mit durchschnittlich 8 % – und damit deutlich über den Fixkosten von jährlich 3 %.“ Das Ergebniswachstum von BASF lag damit auch über dem jährlichen Wachstum der weltweiten Chemieproduktion von 3,7 %. Vor allem Umsatzentwicklung und Mengenwachstum sollen mit der Neuausrichtung der Strategie vorangetrieben werden.

China bestimmt das Wachstum der globalen Produktion

Für schnelleres Wachstum will der Konzern auf organisches Geschäftswachstum setzen, sich noch stärker auf seine Kunden ausrichten und für sie maßgeschneiderte Angebote erarbeiten. Mit dem Ziel, flexibler und schneller zu werden, wird das Unternehmen Strukturen und Prozesse deutlich vereinfachen, das Portfolio schärfen und den Verbund stärken. „Wir werden unsere Organisation verändern für mehr Kundenorientierung und Flexibilität“, so Brudermüller.

Eine wichtige Rolle in dieser Wachstumsstrategie spielt der asiatische Markt, wo sich der Konzern gut aufgestellt sieht: China ist mit einem Anteil von über 40 % am Weltmarkt der größte Chemiemarkt und bestimmt das Wachstum der globalen Chemieproduktion. „Bis 2030 wird der Anteil Chinas auf knapp 50 % wachsen und wir wollen daran partizipieren“, so Brudermüller. „Unser neuer Verbundstandort in Zhanjiang, in der Provinz Guangdong, sowie die Erweiterung des Standorts Nanjing werden unser Wachstum in diesem dynamischen Markt maßgeblich voranbringen.“

Die Ziele der vorgestellten Strategie sind ehrgeizig, sowohl finanzielle als auch nichtfinanziell. BASF will weiterhin schneller wachsen als der Markt, das EBITDA vor Sondereinflüssen soll um 3 bis 5 % jährlich steigen. Führend will der Konzern auch in den Augen ihrer Anteilseigner sein und im Vergleich zur chemischen Industrie überdurchschnittlichen Wert für sie schaffen. „Konsequenterweise bedeutet das, dass wir die Dividende pro Aktie getragen durch unseren starken freien Cashflow jährlich steigern wollen“, so Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender Dr. Hans-Ulrich Engel. Um diese anspruchsvollen Ziele zu unterstützen, will BASF von 2019 bis 2021 ein neues Exzellenzprogramm umsetzen und damit ab Ende 2021 einen jährlichen Ergebnisbeitrag von 2 Mrd. Euro erzielen. Das Programm wird Maßnahmen in den Bereichen Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung sowie für Digitalisierungs- und Automatisierungsaktivitäten und organisatorische Weiterentwicklung umfassen.

„Emissionen vom organischen Wachstum entkoppeln“

Ambitioniert sind auch die nichtfinanziellen Ziele: „BASF verpflichtet sich, die eigenen Treibhausgasemissionen bis 2030 auf dem Niveau von 2018 konstant zu halten, trotz eines angestrebten deutlichen jährlichen Produktionswachstums“, so Brudermüller. „Das bedeutet, dass wir unsere Treibhausgasemissionen vom organischen Wachstum entkoppeln.“ Das Ziel schließt geplante Großinvestitionen, wie zum Beispiel den neuen Verbundstandort in der südchinesischen Provinz Guangdong, mit ein. Dazu wird BASF die Steuerung, Effizienz und Integration von Anlagen verbessern und beim Einkauf von Strom zunehmend stärker, wo möglich, auf erneuerbare Energiequellen umsteigen. „Das Ziel ist angesichts des bereits sehr hohen technologischen Standards unserer Anlagen sehr ambitioniert und erfordert außerordentliche Kreativität, Dinge anders zu machen“, so Brudermüller. Er wies darauf hin, dass dazu ein geeignetes regulatorisches Umfeld in Deutschland, Europa und weltweit nötig ist. Der Chemieriese hat seit 1990 seine absoluten Treibhausgas-Emissionen bereits um 50 % reduziert, bei gleichzeitig verdoppeltem Produktionsvolumen. Neben dem Ziel, bis 2030 CO2-neutral zu wachsen, will BASF im Jahr 2025 rund 22 Mrd. Euro Umsatz mit sogenannten Accelerator-Produkten erzielen – also mit Produkten, die einen substanziellen Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette leisten.

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