Clariant produziert am Standort Gendorf rund 2 Mio. l Desinfektionsmittel im Monat. (Bild: Clariant)

Clariant produziert am Standort Gendorf rund 2 Mio. l Desinfektionsmittel im Monat. (Bild: Clariant)

| von Ansgar Kretschmer

Desinfektionsmittel sind Aufgrund des Ausbruchs von Covid-19 derzeit besonders wichtig, aber nur begrenzt verfügbar. Wie viele Chemieunternehmen haben auch Firmen im bayerischen Chemiedreieck ihre Produktion darauf umgestellt.

Clariant nutzt am Standort Gendorf vorhandene Infrastruktur, um in grossem Massstab die notwendigen Inhaltsstoffe zu Desinfektionsmittel zu mischen. Damit kann das Unternehmen fast zwei Drittel des monatlichen Zielbedarfs der bayerischen Behörden erfüllen, die in den nächsten drei Monaten insgesamt 10 Mio. l Desinfektionsmittel produzieren wollen. Diese Gesamtmenge entspricht etwa 750 ml Desinfektionsmittel für jeden Einwohner Bayerns. Die Kosten der Initiative werden aus einem vom Freistaat Bayern eingerichteten Krisenfonds finanziert, Clariant bietet ihren Beitrag zum Selbstkostenpreis an.

„Diejenigen unterstützen, die am härtesten arbeiten“

„In Zeiten wie diesen ist es von entscheidender Bedeutung, dass jeder – ob Einzelperson oder Unternehmen – in jeder möglichen Form dazu beiträgt, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Wir bei Clariant sind in der Lage, diejenigen zu unterstützen, die am härtesten arbeiten, um uns alle zu schützen. Unsere Mitarbeitenden haben entschlossen gehandelt, um sicherzustellen, dass dies geschieht“, so Hans Bohnen, Vorstand und Chief Operating Officer von Clariant.

Um die Produktion solch großer Mengen an Desinfektionsmitteln zu realisieren, arbeitet Clariant mit mehreren Partnern zusammen. Den Hauptbestandteil, Ethanol aus erneuerbaren Quellen, stellt Cropenergies zur Verfügung. Das Ethanol wird in ihrer Anlage im sächsischen Zeitz, eine der grössten europäischen Produktionsstätten für Ethanol, produziert und dann nach Gendorf geliefert. Dieser Vorgang wurde von mehreren Logistik- und Infrastrukturpartnern unterstützt.

Nach Prüfung und Freigabe wird das Ethanol dann in Clariants Produktionsanlagen mit anderen Inhaltsstoffen gemischt, um Desinfektionsmittel nach offiziellem Standard der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herzustellen. Nach der Fertigstellung wird das Desinfektionsmittel in grosse Tankcontainer abgefüllt. Partnerunternehmen übernehmen die Abfüllung in geeignete Grössen von einem bis 1.000 Litern, im Anschluss wird das Desinfektionsmittel an regionale Krankenhäuser und andere wichtige Einrichtungen verteilt.

Stephan Trautschold, Head of Operations der Geschäftseinheit Industrial & Consumer Specialties von Clariant, ergänzt: „Es ist eine beeindruckende Leistung, die Produktion solch großer Mengen an Desinfektionsmittel so schnell aufbauen zu können. Ich bin sehr stolz auf unser gesamtes Team am Standort Gendorf sowie Clariants Service-Einheiten und sehr dankbar für die Unterstützung der Partnerunternehmen und der bayerischen Behörden. Gemeinsam können wir so die Stellen unterstützen, die es am meisten brauchen.“ (ak)

Corona-Krise in der deutschen Industrie

 

Der Eintrag "freemium_overlay_form_cte" existiert leider nicht.