Aufheizterminal stärkt Versorgungssicherheit am Chemiestandort Leuna
Betreiber Infraleuna erweitert das Infrastruktur-Angebot des Chemiestandorts Leuna mit einem Aufheizterminal für Kesselwagen. Damit reagiert das Unternehmen auf die veränderten Anforderungen in den Lieferketten der chemischen Industrie.
Ansgar KretschmerAnsgarKretschmerRedakteur der Fachmagazine CHEMIE TECHNIK und Pharma+Food
2 min
Dampfreduzierstation des Aufheizterminals am Chemiestandort LeunaInfraleuna
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Das im ersten Quartal 2026 in Betrieb genommene Aufheizterminal
ist zunächst gezielt für das Aufheizen von Schwefel konzipiert, der per Schiene
in Kesselwagen angeliefert wird. Hintergrund sind veränderte
Beschaffungsstrukturen und längere Transportwege, durch die temperatursensible
Stoffe wie Schwefel bei Ankunft häufig nicht unmittelbar entladefähig sind. Um
die notwendige Temperatur und Pumpfähigkeit zuverlässig wiederherzustellen,
bedarf es kontrollierter, reproduzierbarer Prozesse.
Mit der neuen Anlage wird es erstmals möglich sein,
komplette Züge mit Schwefelkesselwagen zentral aufzuwärmen. Das Terminal
verfügt über zwei Gleise mit jeweils acht Stellplätzen. Bis zu 16 Kesselwagen
können innerhalb von maximal 48 STunden mittels Dampf von Temperaturen bis auf
150 °C erwärmt werden. Eine integrierte Dampfreduzierstation ermöglicht eine
präzise Temperaturregelung, sodass auch definierte Aufheizprozesse unterhalb
von 150 °C umgesetzt werden können. „Wir schaffen hier eine Infrastruktur für
einen sensiblen Prozessschritt zur Produktanlieferung, welche den Entladern gegebenenfalls
nicht zur Verfügung steht“, erklärt Sebastian Ludwig, Servicebereichsleiter
Logistik bei Infraleuna. „Gerade bei Schwefel, der über weite Distanzen in
großen Mengen per Schiene angeliefert wird, ermöglichen wir eine verlässliche
und planbare Temperierung als Grundlage für eine sichere Weiterverarbeitung
oder Distribution.“
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Durchgängige Leistungen entlang der Schiene
In der Anfangsphase stehen schienengebundene Verkehre im
Mittelpunkt. Der Standortbetreiber übernimmt die Güterwagen im Bahnhof
Großkorbetha und erbringt die Rangierleistungen zum Aufheizterminal. Vor Ort
erfolgen das An- und Abschließen der Dampfleitungen an die Heizregister, die
Regulierung der Dampfzufuhr sowie die kontinuierliche Überwachung des gesamten
Aufheizprozesses.
Der Chemiestandort Leuna verfügt über leistungsfähige Bahnverbindungen innerhalb Deutschlands und in angrenzende westeuropäische Märkte.Infraleuna
Als eingetragenes Eisenbahnverkehrsunternehmen ist Infraleuna
berechtigt, das Netz der Deutschen Bahn zu befahren. Dadurch kann das
Unternehmen nicht nur die Anlieferung organisieren, sondern auch die
aufgeheizten Produkte über das überregionale Schienennetz weitertransportieren.
Die Leistungen des Aufheizterminals stehen dabei nicht ausschließlich den
Unternehmen am Chemiestandort zur Verfügung. Auch externe Kunden können die
Infrastruktur für das Aufheizen und die anschließende Distribution ihrer
Produkte nutzen. Der Chemiestandort verfügt über eine zentrale Lage mit
leistungsfähigen Bahnverbindungen innerhalb Deutschlands und in angrenzende
westeuropäische Märkte. Distributionen sind in der Regel innerhalb von 48
Stunden möglich. Zudem besteht eine direkte Anbindung an das Autobahnkreuz
A9/A14/A38.
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Perspektivisch ist vorgesehen, das Angebot um
straßengebundene Leistungen zu erweitern. Mit der eigenen Spedition kann der
Betreiber nicht nur Transporte organisieren, sondern auch selbst mit eigenem
Fuhrparkequipment erbringen. In Verbindung mit dem eigenen örtlich ansässigen
Container-Gefahrstofflager sowie einer Tankreinigung ist das Unternehmen zu
weiteren logistischen Leistungen in der Lage.
Zukunftsorientierte Erweiterung der Infrastruktur
Das Aufheizterminal ist modular angelegt und bietet die
Grundlage für weitere Anwendungen. Neben Schwefel können perspektivisch auch
andere Grundstoffe integriert werden, die vor der Entladung einer Wärmezufuhr
bedürfen, um die Pumpfähigkeit der Produkte wieder herzustellen. Ebenso ist die
technische Vorbereitung für zusätzliche Aufheizpunkte für Straßenfahrzeuge
vorgesehen. Durch entsprechende Modifikationen kann künftig auch das Aufheizen
von Tankkraftwagen und ISO-Containern realisiert werden.
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Mit dem neuen Terminal erweitert Infraleuna sein Logistik-
und Serviceportfolio um eine zentrale, ausbaufähige Aufheizinfrastruktur. Ziel
ist es, auf veränderte Stoffströme und internationale Beschaffungswege
strukturiert zu reagieren und eine leistungsfähige Plattform zu schaffen, die
sowohl Standortkunden als auch externe Unternehmen in ihre Logistikkonzepte
integrieren können.