Kosteneffizientes Dekarbonisieren der niederländischen Industrie

Pwc-Studie: Dekarbonisieren durch CCS und blauen Wasserstoff

Das Energieunternehmen Gasunie hat Pwc beauftragt, herauszufinden, was der kosteneffizienteste Weg zum Dekarbonisieren der niederländischen Industrie ist. Die Lösung ist ein Mix aus CCS, blauem Wasserstoff und hybrider Elektrifizierung – wenn die Infrastruktur rechtzeitig verfügbar ist.

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Blick über ein Hafengebiet mit Industrieanlagen, Kränen und Wasser bei hellem Tageslicht.
Um die niederländische Industrie klimaneutral zu machen, ist eine Reduktion um etwa 44 Mt CO2 erforderlich.

Für die Studie hat der Berater Pwc sich folgende Industriesektoren der Niederlande angeschaut, die zusammen für 61 % der gesamten CO2-Emissionen des Landes verantwortlich sind: Raffinerien, Grundchemikalien, Düngemittel, Stahl, Industriegase, Lebensmittel, Abfallverarbeitung, Papier, Keramik und Glas. Das Ziel ist es, bis 2050 klimaneutral zu sein, während die Unternehmen bereits heute mit Netzengpässen, einem sich noch in der Entwicklung befindlichen Wasserstoffmarkt und starkem internationalem Wettbewerb konfrontiert sind.

Maßnahmen-Mix erforderlich

Um die niederländische Industrie klimaneutral zu machen, ist eine Reduktion um etwa 44 Mt CO2 erforderlich. Drei Wege werden in den kommenden fünfzehn Jahren nach Berechnung des Beraters einen Unterschied machen:

  • Das Abscheiden und Speichern von CO2 (CCS) wird 21 Mt CO2 pro Jahr abdecken und ist damit der mit Abstand wichtigste Weg. Etwa 18 Mt davon werden aus kohlenstoffarmem Wasserstoff, auch „blauer Wasserstoff“ genannt, stammen.
  • Dekarbonisierung der Stahlproduktion: 9 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr.
  • Einsatz von Hybridkesseln, die in Zeiten mit günstigeren Strompreisen mit Dampf und ansonsten mit Wasserstoff oder Biomethan betrieben werden: etwa 6 Mt CO2 pro Jahr.

Biomethan (4 Mt) und direkte Elektrifizierung, beispielsweise durch Wärmepumpen, leisten weitere Beiträge. Biomethan eignet sich vor allem für kleinere Unternehmen mit geringeren Emissionen. Für Sektoren mit den konzentriertesten Emissionen ist CCS kurzfristig der einzige realisierbare und kosteneffiziente Weg.

Verlässliche Infrastruktur und geringere Kosten

Der Berater hat den Großteil der industriellen CO2-Emissionen erfasst und für jeden Prozess den kosteneffizientesten Weg zum Dekarbonisieren untersucht. Staatliche Förderungen für bestimmte Technologien wurden bewusst außer Acht gelassen, um die tatsächlichen Kosten der Technologien vergleichen zu können.

Die Studie zeigt, dass das Dekarbonisieren oft teurer ist als die derzeitige Vorgehensweise. Dies veranlasst viele Unternehmen dazu, Investitionen aufzuschieben. Um den Prozess attraktiver und realisierbarer zu machen, sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich. Beispiele hierfür sind, Investitionsrisiken beim Aufbau einer Wasserstoff- und CO2-Infrastruktur zu begrenzen, blauen Wasserstoff zu fördern sowie die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und die Biomethan-Produktion auszubauen.

Wer sich die gesamte Studie ansehen will, findet diese hier auf der Website von Gasunie.