Kraftwerksgesetz als Chance für den Anlagenbau

Wo Deutschlands neue Gaskraftwerke gebaut werden

Mit dem StromVKG hat die Bundesregierung den Zubau zusätzlicher Kapazitäten und insbesondere neuer Gaskraftwerke beschlossen. Für die im September startenden Ausschreibungen stehen verschiedene Standorte und Unternehmen bereits in den Startlöchern.

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Das Kraftwerksgesetz könnte zum Bau von etwa 20 neuen Gaskraftwerken in Deutschland führen - eine Reihe von Projekten stehen schon in den Startlöchern.

Das Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG) passierte nach langen Verhandlungen am 10. Juli den Bundesrat und soll mögliche Lücken in der deutschen Stromversorgung schließen. Dazu will das Gesetz den Zubau von zusätzlicher „gesicherter Leistung“ ermöglichen, die bei sogenannten Dunkelflauten, also längere Phasen mit geringer Erzeugung aus Wind- und Sonnenenergie, einspringen können. Die neuen Kapazitäten werden aus Sicht des Bundeswirtschaftsministeriums durch den Kohleausstieg notwendig.

Unternehmen in Deutschland können sich darauf verlassen, dass sie weiterhin zu jedem Zeitpunkt, auch wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, mit Strom versorgt sind.

Katherina Reiche, Bundeswirtschaftsministerin

Warum ausgerechnet Gaskraftwerke?

Um die neuen Kapazitäten zu schaffen sind verschiedene Ausschreibungsrunden geplant, die bereits im September 2026 starten sollen. Die Ausschreibungen sind dabei formell für alle Erzeugungs- und Speichertechnologien offen, man setze mit dem Gesetz „auf Markt, Wettbewerb und Technologieoffenheit“ heißt es aus dem Wirtschaftsministerium. Die konkreten Bedingungen bevorzugen jedoch bestimme Technologien.

So sieht das Gesetz vor, dass es sich bei den neuen Reservekapazitäten um „Langzeitkapazitäten“ handeln muss, die mindestens zehn Stunden ohne Unterbrechung mit ihrer vollständigen installierten Leistung Strom einspeisen können. Energiebegrenzte Technologien wie Speicher müssen zudem diese Fähigkeit zudem spätestens eine Stunde nach einem Einsatz erneut bereitstellen können. Diese Voraussetzungen können nach heutigem technischen Stand quasi nur Gaskraftwerke wirtschaftlich erfüllen, zumal die neuen Kapazitäten bis 2031 zur Verfügung stehen müssen. Ab diesem Zeitpunkt soll dann ein sogenannter Kapazitätsmarkt etabliert sein, das heißt, dass Kraftwerksbetreiber dafür bezahlt werden, dass sie Kapazitäten bereithalten, auch wenn diese gerade nicht abgerufen werden.

Die neuen Gaskraftwerke müssen dabei bereits „wasserstoff-ready“ sein, denn das Gesetz sieht vor, dass alle Anlagen, welche die Förderung erhalten, spätestens ab 2045 klimaneutral betrieben werden können müssen.

20 neue Projekte als Chance für den Anlagenbau

Den ersten Schritt zu den neuen Reservekapazitäten bilden zwei Ausschreibungen, die bereits im September und Dezember 2026 stattfinden sollen und Kapazitäten von je 4,5 GW umfassen. Der Bundestag selbst rechnet bei der ausgeschriebenen Kapazität mit insgesamt 20 Projekten, dabei werden ausdrücklich nur Neubau-Projekte gefördert.

Gerade in Zeiten, in denen große Projekte in Deutschland zuletzt eher selten geworden sind, stellt das Kraftwerksgesetz also eine Chance für den lokalen Anlagenbau dar. Zumal die an den Ausschreibungen teilnehmende Anlagen zu mindestens 50 % ihrer wesentlichen Komponenten in der EU gefertigt sein müssen – oder zumindest in Staaten, mit dem die EU ein Freihandelsabkommen (wie Mercosur) hat bzw. eine Zollunion bildet. Insbesondere für China, Indien und die USA gilt dies nicht.

Wer plant wo ein neues Kraftwerk?

Verschiedene Unternehmen hab schon vor der Verabschiedung des Gesetzes angekündigt, an einer künftigen Ausschreibung teilnehmen zu wollen. Durch einen Regionalmechanismus sollen zwei Drittel der neuen Kapazitäten in Süddeutschland entstehen. Unsere Liste zeigt eine Übersicht über die öffentlich bekannten Kraftwerks-Projekte:

RWE: 

EnBW:

LEAG: 

  •  Lippendorf in Sachsen, Kapazität: unbekannt
  • Leipheim in Bayern, Kapazität: unbekannt

Uniper: 

Iqony: 

Trianel (Stadtwerke)/BKW: 

Saale Energie: 

Engie: 

 Es wird erwartet, dass sich neben den großen Energieunternehmen auch Stadtwerke mit Projekten bewerben werden. Die ersten beiden Ausschreibungsrunden finden voraussichtlich im September und Dezember 2026 statt.

Weitere Chancen und Märkte für den Anlagenbau:
Der Engineering Summit 2026

Mit dem Engineering Summit steigt am 15. und 16. September 2026 in Darmstadt wieder die wichtigste Veranstaltung des europäischen Anlagenbaus. Top-Speaker aus Industrie, Politik und Forschung liefern Impulse, Best Practices und kontroverse Debatten – ergänzt durch Networking-Sessions und eine Fachausstellung. Der Summit bietet damit einmal mehr die Plattform, um Trends zu setzen und Projekte der Zukunft auf den Weg zu bringen.

Mehr Infos und Anmeldung unter www.engineering-summit.de