Wasser-Elektrolyse zur Produktion von grünem Wasserstoff
Evonik startet Anlage für Anionen-Austausch-Membranen
Evonik hat einen niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag in eine Pilotanlage zur Produktion von Anionen-Austausch-Membranen investiert. Die Anlage steht am Standort Marl und kann jährlich Membranen für eine Elektrolyseleistung von bis zu 2,5 GW herstellen.
Die Membran ist Polymer und Hightech-Produkt zugleich.
Evonik
Update vom 16. Juni 2026: Die
Pilotanlage fertigt die Polymer-Membran im kommerziellen Maßstab: Sie kann Membranen
für eine Elektrolyseleistung von bis zu 2,5 GW/a herstellen. Das entspricht
einem Viertel der gesamten für 2030 geplanten Elektrolysekapazität in
Deutschland. Die Beschichtungsanlage zählt mit rund 20 m Länge nach Aussage von
Evonik zu den weltweit größten dieser Art. Sie stellt die Membran in einer
Breite von bis zu einem Meter her und eignet sich somit für großflächige
Elektrolyseure. Erste Hersteller von AEM-Elektrolyseuren verwenden die
Membranen des Chemiekonzerns schon jetzt in der Pilotfertigung und in
Demonstrationsanlagen.
Die kommerzielle Nutzung der AEM-Elektrolysetechnologie
wächst, insbesondere in Asien und Europa. Da die Elektrolyse in basischer Umgebung
abläuft, können edelmetallfreie und damit kostengünstigere Materialien
eingesetzt werden. Fachstudien sehen ein Einsparpotenzial bei den
Investitionskosten von mindestens 25 %. Da die AEM-Elektrolyse Wasserstoff
direkt unter Druck produzieren kann, entfallen zusätzliche und kostenintensive
Kompressionsschritte. Zudem eignet sie sich wegen ihrer Flexibilität für den
Betrieb mit schwankend verfügbarem Strom aus Wind und Sonne.
Ursprüngliche Meldung vom 26. Februar 2025: In der Pilotanlage in Marl beabsichtigt Evonik, Anionen-Austausch-Membranen (AEM) für Anwender zu produzieren, die diese in kommerziellen Elektrolyseursystemen verwenden können. Nach der Inbetriebnahme soll die Anlage in der Lage sein, genügend Membranen herzustellen, um eine Elektrolyseleistung von 2,5 GW/a für das Erzeugen von Wasserstoff bereitzustellen. Gegenüber herkömmlichen Elektrolyseverfahren verspricht die AEM-Technologie wegen preiswerteren Werkstoffen für die Zellen geringere Investitionskosten sowie hohe Stromdichte und sehr gute Effizienz.
Die Membran ist ein Polymer und ein High-Tech-Produkt: Einerseits muss sie Anionen durchlassen, andererseits für die in der Elektrolyse entstehenden Gase wie Wasserstoff dicht sein. Zudem soll sie hohem Druck, hohen Stromdichten und hohen Temperaturen standhalten. Neben AEM will der Spezialchemiekonzern in der Anlage auch gewebeverstärkte Membranen herstellen.