Lastanpassung bei erneuerbaren Energien

P2H2 startet AEM-Elektrolyse in Antwerpen

P2H2 hat im Hafen von Antwerpen-Brügge mit der kommerziellen Produktion von grünem Wasserstoff begonnen. Die 500-kW-Anlage, die aus zwei 250-kW-AEM-Stacks besteht, hat das Unternehmen im August 2026 an den Standort geliefert.

1 min
Eingezäunte Industrieanlage mit Containern, Straßen und Windrädern im Hintergrund nahe der Küste.
Für den AEM-Elektrolyseur kommen statt Edelmetallen kostengünstigere Materialien wie Stahl und Nickel zum Einsatz.

Update vom 28. September 2026: Mit dem nun in Betrieb genommenen System will Power to Hydrogen (P2H2) zunächst bis zu 70 t/a grünen Wasserstoff für den regionalen Gasversorger Holthausen und andere Kunden in der Region produzieren. Der Wasserstoff wird hauptsächlich für Kunden aus dem Mobilitätsbereich genutzt, wobei weitere industrielle Anwendungsfälle als zusätzliches Absatzpotenzial dienen.

Nach Unternehmensangaben ist es der erste kommerzielle Einsatz von 250-kW-AEM-Stacks. Diese sind mehr als zehnmal so groß wie die Stacks, die in herkömmlichen AEM-Systemen verwendet werden, deren Leistung typischerweise zwischen 2 kW und 25 kW liegt.

Da Strom den größten Kostenfaktor bei der Produktion von grünem Wasserstoff darstellt, sind die Systeme so konzipiert, dass sie dann produzieren, wenn erneuerbarer Strom am günstigsten ist. Der Betriebsbereich von 10 bis 100 % der Anlage in Antwerpen ermöglicht es ihr, den belgischen Day-Ahead-Preisen zu folgen und die Produktion hochzufahren, wenn Strom günstig ist, und herunterzufahren, wenn dies nicht der Fall ist. Dadurch ist das System in Antwerpen in der Lage, lokal erzeugten Wasserstoff zu liefern, der im Preisvergleich mit anderen Wasserstoffquellen wettbewerbsfähig ist.

Die Inbetriebnahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen Daten aus dem Einsatz in Antwerpen aufbereitet, um den Übergang zu größeren Plattformen, einschließlich Multi-MW-Systemen, voranzutreiben.

Ursprüngliche Meldung vom 14. August 2026: Der Elektrolyseur setzt sich aus 250-KW-Stacks zusammen und ist auf eine Skalierung bis 25 MW ausgelegt. Er hat eine Reaktionszeit unter 50 ms für die Lastanpassung bei erneuerbaren Energien sowie einen Druckbetrieb, der den nachgelagerten Kompressionsbedarf reduziert und die Anlagentechnik vereinfacht.

Für seine Technologie nutzt Power to Hydrogen statt Edelmetallen kostengünstigere Materialien wie Stahl und Nickel. Durch die Kombination von Leistung mit diesem Materialkonzept können die AEM-Systeme des Herstellers die Investitionskosten (Capex) im Vergleich zu vergleichbaren PEM-Elektrolyseuren um bis zu 65 % senken. Der Hersteller erwartet, dass bereits ab dem ersten Betriebsjahr kommerzielle Einnahmen erzielt werden.

Ziel des Projekts ist es, die kommerzielle Wasserstoffnachfrage in der Region sowohl im Mobilitätsbereich als auch in industriellen Anwendungen zu decken. Hauptabnehmer bei der Inbetriebnahme ist Holthausen, ein regionaler Anbieter von Industriegasen und wasserstoffbetriebenen Lkw.