Statements vonVCI und VDMA zum EU-Südamerika-Handelsabkommen

Industrieverbände setzen auf Mercosur

Zum Abschluss der Verhandlungen über das Mercosur-Handelsabkommen zeigen sich die Branchenverbände von Chemieindustrie und Anlagenbau erfreut und hoffnungsvoll. VCI und VDMA wünschen sich nun eine schnelle Ratifizierung des Freihandels mit Südamerika.

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Der Weg für den Abschluss des EU-Freihandelsabkommens mit den vier südamerikanischen Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay ist frei.
Der Weg für den Abschluss des EU-Freihandelsabkommens mit den vier südamerikanischen Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay ist frei.

Nach über 25 Jahren Verhandlungsdauer hat eine ausreichende Zahl der Länder im EU-Rat dem Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay zugestimmt. Nun muss das EU-Parlament ebenfalls seine Zustimmung geben, bevor das Abkommen ratifiziert werden kann.

"Europa kann es noch", titelte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) anlässlich des Ratsbeschlusses. Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, begrüßte die Zustimmung des Europäischen Rats zum Mercosur-Abkommen: „Das ist ein guter Tag für Europa. Der Europäische Rat macht den Weg frei und weckt neue Hoffnung für die europäische Industrie. Es war eine schwere Geburt – aber am Ende wurde der Knoten gelöst. Nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen sendet die EU damit in schwierigen Zeiten ein starkes Signal: Europa will mitgestalten – und nicht nur zuschauen."

Mercosur-Abkommen: "Dringend benötigtes Zeichen für regelbasierten Handel"

Große Entrup sieht Europa als verlässlichen Partner für Kooperationen und fairen Wettbewerb. Er zieht damit eine deutliche Abgrenzung zur "Exportoffensive" Chinas gegen dessen Wachstumsschwäche sowie zur aggressiven Wirtschafts- und Sicherheitspolitik der USA. Insgesamt exportierte die deutsche chemisch-pharmazeutische Industrie im Jahr 2024 Waren im Wert von 4,3 Mrd. Euro in den Mercosur-Handelsraum. Deutschland importierte 2024 chemisch-pharmazeutische Waren im Wert von 837 Mio. Euro von dort.

Auch der Verband des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus (VDMA) betont die Bedeutung des südamerikanischen Handelsraums für Deutschland: "Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten ist von höchster Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und des Maschinenbaus. Aktuell liegt die Zollbelastung der Mercosur-Staaten bei 11 Prozent und ist damit eine spürbare Kostenbelastung für unsere Unternehmen", sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann.  "25 Jahre Verhandlung sind mehr als genug!", so Brodtmann weiter, "Deshalb darf es keine weitere Ausrede und keine Verzögerung mehr geben. Der EU-Ministerrat muss jetzt handeln und seine Zustimmung für das Mercosur-Abkommen erteilen." Auch Brodtmann sieht angesichts geopolitischer Unsicherheiten in dem Abkommen "ein dringend benötigtes Zeichen für regelbasierten Handel".