Aufwerten von Pyrolyseöl zu Steamcracker-geeignetem Rohstoff
Clariant und Borealis erzielen Durchbruch im Kunststoffrecycling
Clariant hat gemeinsam mit Borealis und der Forschungsorganisation Sintef aus Kunststoffabfällen gewonnenes Pyrolyseöl zu einem für Steamcracker geeigneten Rohstoff aufgewertet. Die Technologie ist nun bereit für den industriellen Einsatz.
Das Pyrolyseöl aus Kunststoffabfällen dient als Rohstoff für das Herstellen von neuem Polyolefin.
Clariant
Ziel der Zusammenarbeit war es, aus Kunststoffabfällen gewonnenes Pyrolyseöl so aufzuwerten, dass es die Qualitätsanforderungen von Crackern erfüllt. Mittels der Katalysatoren von Clariant konnte das im Forschungszentrum von Sintef in Norwegen in Pilotversuchen hergestellte Pyrolyseöl in einen Rohstoff für das Herstellen von neuem Polyolefin umgewandelt werden. Dies haben die Partner in einem Hydrotreating-Reaktor, statt den sonst nötigen drei bis vier Reaktoren, erreicht. Dadurch reduziert die Lösung den Kapitalbedarf, Energieverbrauch und die Betriebskomplexität. Darüber hinaus ermöglicht die Technologie das nachfolgende Hydrocracken zum Herstellen von naphthaähnlichen Kohlenwasserstoff-Fraktionen, wodurch die Prozesseffizienz und Produktflexibilität weiter gesteigert werden.
Der Katalysator erreichte ein vollständiges Umsetzen aller kritischen Parameter: vollständige Sättigung der Diene ohne Gummibildung – eine entscheidende Voraussetzung für die Weiterverarbeitung – sowie vollständiges Umsetzen von Verunreinigungen wie Sauerstoff-, Stickstoff- und Halogenverbindungen. Alle Produktqualitätsvorgaben wurden erfüllt, weshalb die Partner die Technologie als bereit für den industriellen Einsatz einstufen. Borealis definierte die erforderliche Zielqualität des Pyrolyseöls und brachte seine Branchenexpertise als Polyolefin-Hersteller ein.