Offizielle Einweihung des "Flaggschiffs für die chemische Produktion"
BASF eröffnet Verbundstandort Zhanjiang
Der Chemiekonzern BASF hat am 26. März 2026 die offizielle Einweihung des Verbundstandorts in Zhanjiang im Süden Chinas gefeiert. Das Milliardenprojekt soll mit einem diversifizierten Portfolio die Position des Unternehmens in China stärken.
Luftaufnahme des BASF-Produktionsstandorts Zhanjiang
BASF
Für BASF ist der neue Standort mit einer Fläche von rund vier Quadratkilometern "mehr als ein Großprojekt". Der Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Kamieth betonte: „Zhanjiang zeigt, wie die Zukunft der Chemie aussieht: effizient, digital und von Anfang an bewusst nachhaltig. Der Standort zeigt eine smarte integrierte Verbundstruktur im industriellen Maßstab.“ Am Standort Zhanjiang beschäftigt BASF mehr als 2.000 Mitarbeitende und wird ein diversifiziertes Portfolio produzieren, das Basischemikalien, Zwischenprodukte und Spezialchemikalien für die Bereiche Transport, Konsumgüter, Elektronik, Haushaltsreinigung und Körperpflege umfasst. Der überwiegende Teil der in Zhanjiang hergestellten Produkte wird an Kunden in China direkt geliefert und steht damit im Einklang mit der „local‑for‑local“‑Strategie, der BASF weltweit folgt.
Termingerecht und deutlich unter Budget
Das Projekt wurde termingerecht und deutlich unter dem ursprünglichen Budget fertiggestellt; die Investition beträgt rund 8,7 Mrd. Euro. Bei der Ankündigung des Projekts im Jahr 2018 waren ursprünglich 10 Mrd. Euro veranschlagt. „Diesen Standort zum Laufen zu bringen, erforderte die Entschlossenheit, das Tempo und das außergewöhnliche Engagement unseres BASF‑Teams. Ein Projekt dieser Größenordnung termingerecht und unter Budget abzuschließen, ist bemerkenswert – und ich möchte allen danken, die sowohl vor Ort als auch weltweit daran beteiligt waren und das ermöglicht haben“, sagte Kamieth. „Diese Investition zeigt langfristiges Vertrauen in den weltweit größten Chemiemarkt und ist ein wichtiger Baustein unserer ‚Winning Ways‘‑Strategie“, fügt er hinzu.
Durch die Nutzung von Verbundintegration, Prozessinnovationen und erneuerbarer Energie können die CO2‑Emissionen am Standort Zhanjiang gegenüber einem konventionellen petrochemischen Standort um bis zu 50 %reduziert werden. Langfristige Grünstrom‑Abnahmeverträge und Investitionen in einen Offshore‑Windpark stellen sicher, dass die Stromversorgung des Werks zu 100 % aus erneuerbaren Quellen erfolgt. „Für den Steamcracker – den Ausgangspunkt verschiedener Wertschöpfungsketten im Verbund – kommen ebenfalls innovative Technologien zum Einsatz“, so Kothrade. Der Anfang 2026 in Betrieb genommene Steamcracker hat eine Kapazität von 1 Mio. t/a Ethylen und ist der weltweit erste Cracker, dessen Hauptverdichter (E‑Drives) zu 100 % mit erneuerbarer Energie betrieben werden, was die Produktion hochwertiger, CO2‑armer Produkte unterstützt. Der Flex-Feed-Steamcracker ist darauf ausgelegt, verschiedene Rohstoffe wie Naphtha und Butan zu verarbeiten.
Mehr als 70 Produkte aus 18 Anlagen
BASF hat am Standort Zhanjiang erfolgreich 18 Anlagen hochgefahren, 32 Produktionslinien in Betrieb genommen und stellt dort mehr als 70 Produkte her. Die erste Anlage vor Ort ging bereits im September 2022 in Betrieb. Mit dem bewährten Verbundkonzept und langen Wertschöpfungsketten bietet der Konzern ein breites, diversifiziertes Produktportfolio aus den Segmenten Chemicals, Materials und Nutrition & Care. Die Integration und die Skalierung sollen wettbewerbsfähige Kostenpositionen, deutlich geringere CO₂-Emissionen und eine verlässliche Versorgung für zahlreiche Absatzmärkte ermöglichen. „Das macht uns zu einem attraktiven Partner für unsere Kunden in China“, so Haryono Lim, President, Mega Projects Asia, BASF. „Gemeinsam mit Kunden und Partnern werden wir Innovation und Transformation in einer der wirtschaftlich dynamischsten Regionen Chinas vorantreiben“, ergänzt Lim. Der Standort biete damit eine wichtige Plattform für das zukünftige Wachstum von BASF in China.
BASF hat das Zhanjiang‑Projekt 2018 angekündigt und legte im folgenden Jahr den Grundstein. Als erste Anlage am Standort Zhanjiang ging eine Produktionsanlage für technische Kunststoffe im Jahr 2022 in Betrieb; 2024 folgte eine Anlage zur Herstellung von thermoplastischen Polyurethanen. Zum Jahreswechsel 2025/2026 begann BASF mit der Produktion der ersten Wertschöpfungsketten im Verbund und fuhr den Steamcracker in Rekordzeit erfolgreich hoch.
Zhanjiang ist der siebte Verbundstandort von BASF weltweit und nach Ludwigshafen (Deutschland) und Antwerpen (Belgien) der drittgrößte. Er wird vollständig unter der Verantwortung von BASF betrieben. Der Konzern ist seit über 140 Jahren in Greater China tätig und bedient heute nahezu alle wichtigen Branchen der Region. BASF verfügt in China über eine starke Produktions-, Vertriebs- und Innovationspräsenz mit großen Standorten in Shanghai, Nanjing, Chongqing und Zhanjiang sowie zahlreichen kleineren Werken im ganzen Land. Im Jahr 2025 erzielte BASF mit Kunden in Greater China einen Umsatz von rund 8,2 Mrd. Euro und beschäftigte fast 13.000 Mitarbeitende.