Aufbau einer integrierten CCU-Wertschöpfungskette
Partnerschaft sichert CO₂-Versorgung für e-SAF-Projekt H4 Marseille Fos
Das von Hy2gen mitentwickelte Projekt H4 Marseille Fos hat durch eine Partnerschaft mit dem Konsortium Rhône Décarbonation langfristig 50 % seines Bedarfs an biogenem CO₂ gesichert.
Hy2Gen
Dieser Schritt gilt als zentraler Baustein für die geplante finale Investitionsentscheidung (FID) im Jahr 2028. Die Kooperation markiert die Entstehung der ersten strukturierten Wertschöpfungskette für Carbon Capture and Utilization (CCU) in Frankreich. Das benötigte biogene Kohlendioxid wird im Zementwerk von Vicat in Montalieu-Vercieu (Département Isère) mittels bewährter Abscheidetechnologien direkt an der Quelle gewonnen. Jährlich sollen dort rund 1,2 Mio. Tonnen CO₂ erfasst werden, wovon ein Teil über die bestehende Pipeline-Infrastruktur von SPSE direkt zum Produktionsstandort von H4 Marseille Fos transportiert wird.
Ab dem geplanten Betriebsstart im Jahr 2032 soll die Anlage 75.000 t/a nachhaltigen Flugkraftstoff (e-SAF) produzieren. Dabei kommt die Methanol-to-Jet-Technologie zum Einsatz: Zunächst wird aus grünem Wasserstoff und dem gesicherten biogenen CO₂ e-Methanol hergestellt. Dieses wird anschließend zu e-SAF weiterverarbeitet. Die Technologie erlaubt zudem die Nutzung des Standorts als europäischer Importhub, da e-Methanol auch per Schiff angeliefert werden kann.
Beitrag zu Klimazielen und europäischer Resilienz
Mit der Produktion von e-SAF strebt Hy2gen eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um bis zu 84 % im Vergleich zu fossilem Kerosin an, was einer Einsparung von etwa 240.000 Tonnen CO₂-Äquivalent pro Jahr entspricht. Das Projekt unterstützt damit die Ziele der ReFuelEU-Aviation-Verordnung, die bis 2040 einen e-SAF-Anteil von 10 % vorschreibt.
Cyril Dufau-Sansot, CEO von Hy2gen, betont, dass durch die Nutzung lokaler Ressourcen wie erneuerbarem Strom, Wasser und biogenem CO₂ die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten verringert und die europäische Souveränität gestärkt werde. Auch Alexis Martinez, CEO von H4 Marseille Fos, sieht in der Partnerschaft ein starkes Signal für die industrielle Realität des CCU-Sektors in der Region.