Juni 2015
| von Armin Scheuermann, Redaktion

  • Auf dem Infotag „Standardisierung und Modularisierung im Anlagenbau", zu dem die VDMA-Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau eingeladen hatte, wurden Praxisbeispiele für den Bau von Anlagen aus Modulen diskutiert.
  • Das wohl wichtigste Argument für die Spezialchemie- und Pharmaproduzenten ist der Faktor Zeit.
  • Beim Bau von Großanlagen in extremen Regionen führt an Modulen kein Weg vorbei. Bei einer Anlagenerweiterung ist Modularisierung dagegen kein Thema.

Aus Sicht von Siemens Energy Solutions sind die Marktanforderungen allerdings sogar schon wieder über den Modularisierungstrend hinweggegangen: Der extreme Preisdruck und die zu berücksichtigenden regionalen Anforderungen haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass kostengünstige regionale Lösungen entwickelt werden. „Die Modularisierung wird zu Gunsten der Regionalisierung aufgegeben“, verdeutlicht Carsten Pott. So werden je nach Region beispielsweise statt der in Europa favorisierten zentralen Klima- und Lüftungsanlage dezentrale, variable Lösungen montiert, oder gar – weil vom Kunden akzeptiert – nur eine einfache Durchzugslüftung über Lüftungsschlitze. Pott: „Je regionaler die Anforderung, desto weniger können wir mit modularen Lösungen arbeiten.“ Auch die früher praktizierte Festlegung auf einen westlichen Lieferanten, beispielsweise für die Schlüsselkomponente „Speisepumpe“, wurde aufgegeben. Heute werden – wenn nicht anders gefordert – auch deutlich billigere Maschinen aus China und Indien verbaut. Eine Vorgehensweise, die wiederum den Anforderungen und dem Preisdruck in den regionalen Märkten geschuldet ist, und die – aufgrund der dadurch steigenden Variantenvielfalt – einer konsequenten Standardisierung entgegensteht.

Fazit: Nach wie vor spricht viel für den Einsatz standardisierter Module im Anlagenbau. Doch im Spannungsfeld zwischen niedrigen Stückzahlen und speziellen Kundenanforderungen gibt es kein Patentrezept. Jeder Anbieter muss für seinen speziellen Markt eigene Antworten auf die Frage finden, ob und wie sich Kosten- und Zeitpotenziale mit Hilfe standardisierter Module heben lassen.

Anlagenbau-Kongress
4. Engineering Summit

Strategische Themen des Anlagenbaus werden auch in diesem Jahr wieder auf dem Engineering Summit in Mannheim diskutiert werden. Der Kongress ist mit über 300 Teilnehmern – überwiegend Führungskräfte aus dem europäischen Anlagenbau – das wichtigste Anlagenbau-Forum im deutschsprachigen Raum. Der 4. Engineering Summit findet am 1. und 2. Dezember 2015 im Kongresszentrum Rosengarten statt. Interessierte können sich bereits dazu anmelden: www.engineering-summit.de

Das Thema auf der Achema: Halle 9.1 und 9.2

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