Tarifgespräche

In Hessen saßen sich 2022 bundesweit erstmals Gewerkschaft und Arbeitgeber gegenüber. (Bild: IG BCE)

Update, 11. März 2022: Inzwischen haben weitere regionale Verhandlungsrunden stattgefunden. Zu den Ergebnissen der aktuellen Gespräche in den Tarifbezirken Nordrhein, Nord, Baden-Württemberg und Bayern lesen Sie hier unseren Update-Artikel.

Gestartet waren die Tarifverhandlungen am Mittwoch, 2. März, in Hessen. Wie zu erwarten, war der erste Verhandlungstag dabei geprägt von einer intensiven Debatte über die wirtschaftliche Lage und die zukünftigen Herausforderungen. Die Tarifparteien haben hier eine deutlich unterschiedliche Einschätzung der Situation der Chemieindustrie. Die Gewerkschaft fordert unter anderem höhere Löhne und Nachtzuschläge – weitere Details finden Sie hier:

Die Arbeitgeber lehnen die Forderungen ab und verweisen auf hohe Kosten der anstehenden Transformation in der Branche sowie bereits vor der Ukraine-Krise stark gestiegene Energie-, Rohstoff- und Materialkosten. Die Chemiegewerkschaft IG BCE geht dagegen von einer deutlich besseren Ertragslage der Chemieunternehmen ausgeht. „Die Position der Arbeitgeber ist für uns unverständlich“, sagte die hessische Verhandlungsführerin Sabine Süpke. Einig wurde man sich daher nicht: Die Gespräche gingen „ohne Ergebnis“ zu Ende.

Auch in Rheinland-Pfalz keine Annäherung

Auch in Rheinland-Pfalz brachten die dreistündigen Verhandlungen keine Annäherung zwischen den Chemie-Tarifparteien. „Die Branche hat die Pandemie insgesamt schnell hinter sich gelassen. Mehr noch: Wir liegen wieder auf Vor-Corona-Niveau“, begründete Tatjana Diether, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei der BASF. Die IG BCE sieht daher keinen Grund, von ihren beschlossenen Forderungen abzurücken. Die Arbeitgeberseite verwies dagegen darauf, dass die rheinland-pfälzische Chemie 2021 weniger produziert habe als 2018.

Überschattet waren alle Gespräche dabei vom Krieg in der Ukraine. „Es ist unfassbar, was sich in der Ukraine abspielt“, erklärte Hendrik Müller, Verhandlungsführer der Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz. Es falle schwer, in der jetzigen Situation über Wirtschaft und höhere Löhne zu sprechen. Auch die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft in Hessen, Sabine Süpke, zeigte sich betroffen von den Ereignissen. „Entscheidend ist jetzt, an der Seite der Menschen in der Ukraine zu stehen – für Frieden und Freiheit in ihrem Land und in ganz Europa“, sagte sie.

Bei den Tarifverhandlungen in der Chemieindustrie folgen in den nächsten zwei Wochen weitere regionale Runden, am 21. März starten dann in Hannover die Gespräche auf Bundesebene.

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