Löscharbeiten nach der Explosion im Chemiepark Leverkusen; Bild: Currenta

Die Explosion in der Sonderabfall-Verbrennungsanlage in Leverkusen-Bürrig wurde vermutlich durch Reaktion und Selbsterwärmung von flüssigen Abfällen in Lagertank 3 verursacht. (Bild: Currenta)

Die Autoren des Sachverständigengutachtens halten es für wahrscheinlich, dass eine Lagerung der Abfallflüssigkeit über der sogenannten „Selbstexplosionstemperatur“ des gelagerten Stoffes zu Selbsterwärmungseffekten geführt hat. Dies geht aus dem ersten Zwischenbericht zur Brandursachenermittlung hervor, teilte die Bezirksregierung Köln am 30.08.2021 in der Sitzung des Stadrates von Leverkusen mit.

Zu schnell für die Sicherungseinrichtungen

Als Folge der Selbsterwärmung sei es zu einem exponentiellen Temperatur- und Druckanstieg in Tank 3 des Entsorgungszentrums in Bürrig gekommen. Chempark-Betreiber Currenta zitiert in seiner Mitteilung den Bericht unter „Brand- und Explosionsursache“: „Der ganze Vorgang ging so schnell, dass die Sicherungseinrichtungen den Druck nicht mehr abführen konnten. Als der Druck dann über dem Auslegungsdruck des Behälters lag, explodierte dieser.“ Am 27. Juli 2021 um 9.37 Uhr habe der Druck die Belastbarkeitsgrenze des Tanks überschritten. Durch die Explosion haben sich nach Einschätzung der Gutachter die Abfallflüssigkeit und das zuvor zur Kühlung in den Tank gepumpte Heizöl mit der Umgebungsluft vermischt und sofort durchgezündet. Im Anschluss an diese beiden Explosionsvorgänge sei es dann zum Brand im Tanklager gekommen.

„Die Ergebnisse dieses Zwischenberichts passen zu unseren bisherigen Erkenntnissen“, erklärt Currenta-Geschäftsführer Hans Gennen. Bereits veröffentlichte Analyse-Ergebnisse hatten unter anderem ergeben, dass anders als zunächst befürchtet keine  erhöhten Werte für Gefahrstoffe wie Dioxin in der Umgebung nachweisbar seien. Der aktuelle Zwischenbericht sei "ein wichtiger Teil der Aufklärung durch die Ermittlungs- und Aufsichtsbehörden, die wir vollumfänglich unterstützen werden,“ so Gennen weiter. Bei der Explosion am Vormittag des 27. Juli 2021 kamen sechs Menschen ums Leben, 31 wurden verletzt. Detaillierte Informationen sowie eine schematische Darstellung zum Ablauf der Explosion hat Currenta in einem eigens eingerichteten Blog zusammengestellt.

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