CO2 und Pipelines

(Bild: Tomas, oxinoxi – stock.adobe.com)

  • Der Fernleitungsnetzbetreiber OGE plant den Bau eines CO2-Transportnetzes in Deutschland.
  • Die Infrastruktur soll die Wiederverwendung von CO2 in einem grünen, geschlossenen Kreislaufsystem ermöglichen.
  • Das Netz soll zunächst 1.000 km lang sein und ein Transportvolumen von rund 18 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr haben.

Den Aufbau eines solchen Netzes plant der Fernleitungs-Netzbetreiber OGE. Der Fokus liegt dabei auf CO2-Emissionen, die im Produktionsprozess nicht vermieden werden können, sowie auf der Wiederverwendung von CO2 in einem grünen, geschlossenen Kreislaufsystem zum Import von grünem Wasserstoff. Gemeinsam mit dem Wasserstoff-Unternehmen Tree Energy Solutions (TES) hat OGE vor Kurzem angekündigt, in Wilhelmshaven einen Green-Energy-Hub für den Import von grünem Gas aufbauen zu wollen. Ausgehend von dem grünen Gas-Importterminal soll das CO2-Pipelinenetz dann wichtige Industrie-, Stromerzeugungs- und Mobilitätsstandorte in ganz Deutschland einbinden.

Alternative für unvermeidbare Emissionen

CO2-Netz
Das Startnetz (grün) soll zunächst 1.000 km lang sein, in späteren Ausbaurouten (weiß) aber deutschlandweit weitere Standorte erschließen. (Bild: OGE)

Die Idee: Auch in Zukunft wird es in verschiedenen Industriezweigen wohl noch unvermeidbare CO2-Emissionen geben – etwa in der Zement-, Kalk- und Glasherstellung. Die Kompensation über den Kauf von CO2-Zertifikaten ist für diese Fälle nach Ansicht der Projektpartner keine Lösung. Die CO2-Kreislaufwirtschaft soll hier eine Alternative und langfristige Perspektive bieten. Das Netz soll diejenigen Standorte, an denen CO2 entsteht, mit denjenigen verbinden, an denen es gebraucht oder gespeichert wird.
Die Inbetriebnahme des ersten Teils des Netzes ist ab 2028 vorgesehen. Das Startnetz soll zunächst 1.000 km lang sein und ein Transportvolumen von rund 18 Mio. t CO2 pro Jahr ermöglichen. Von Wilhelmshaven soll es bis Köln im Süden und Wolfsburg im Osten führen. In späteren Ausbaurouten sollen dann auch weitere Teile Deutschlands in das Netz eingebunden werden. Gegenüber dem Lastkraft-, Schienen-, oder Schiffstransport biete der leitungsgebundene Transport bei hohen Kapazitäten einen klaren Kostenvorteil.

Zugang für alle Interessenten

„Um unsere Klimaziele zu erreichen, müssen wir in erneuerbare Energien und vor allem in Wasserstoff investieren, aber auch den Industrien in Deutschland eine Lösung anbieten, die ihre CO2-Emissionen auffangen und verwerten müssen“, sagte Dr. Jörg Bergmann, Sprecher der Geschäftsführung von OGE. „Dafür brauchen wir eine CO2-Infrastruktur. Diese werden wir allen Interessenten gleichermaßen und zu standardisierten Konditionen anbieten.“

Die beiden Partner sind dazu bereits mit deutschen Chemieanlagen-Betreibern, Stahlproduzenten, Zement- und Kalkproduzenten sowie Kraftwerksbetreibern im Gespräch, um CO2 über das zu errichtende Transportnetz zurück zum zukünftigen Green Energy Hub Wilhelmshaven zu transportieren. Das Netz soll von Beginn an sämtlichen Marktteilnehmern gleichermaßen zur Verfügung stehen.

CO2-Netz
Das Netz soll den Kreislauf zwischen CO2-Entstehung, -Abscheidung und -Nutzung schließen. (Bild: OGE)

„Das CO2-Transportnetz unterstützt die Strategie der Kreislaufwirtschaft. Es stellt sicher, dass CO2 im TES-Kreislauf gehalten werden kann und Treibhausgasemissionen vermieden werden“, erklärte Paul van Poecke, Gründer und Geschäftsführer von TES. „Durch dieses Projekt wird das CO2 aufgefangen und in einem geschlossenen Kreislaufsystem als Träger für den Transport von grünem Wasserstoff oder als Ressource in anderen Branchen wiederverwendet.“

Die Kohlenstoff-Kreislaufstrategie soll die Energiewende in Deutschland deutlich beschleunigen und den Industrie-, Strom- und Mobilitätssektor dabei unterstützen, ihre Dekarbonisierungsziele zu erreichen. Dafür bedarf es einer deutschlandweiten CO2-Strategie und entsprechenden Instrumenten, fordern die beiden Partner.

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