Armatur

(Bild: simone_n – AdobeStock)

  • Die Preise für Chemieanlagen sind in Q3/22 um 10,3 % gegenüber Q3/21 gestiegen. .
  • Besonders Maschinen und Apparate haben sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich (12 %) verteuert.
  • Mit einem moderaten Plus wirken Montage- und Ingenieurleistungen noch dämpfend auf den Preisauftrieb.

Dass gestiegene Beschaffungspreise – insbesondere bei Stahl – auf den Chemieanlagenbau durchschlagen, ist nicht neu. Deutlich wird dies seit einiger Zeit beim Gewerk Rohrleitungen, das in erster Linie vom Materialpreis bestimmt wird. Weil der Preis für Chemieanlagen in der von Anlagenbauexperten aus der Chemie entwickelten PCD-Systematik aber sehr viel stärker von anderen Gewerken – darunter Maschinen- und Apparaten sowie Ingenieurleistungen – bestimmt wird, wurde der Materialpreis bislang abgepuffert. Im dritten Quartal 2022 ist der Gesamtindex PCD nun allerdings erstmals gegenüber Vorjahr zweistellig gestiegen.

Baupreisindex für Chemieanlagen (PCD)
Der Baupreisindex für Chemieanlagen (PCD) wird derzeit von der Preisentwicklung bei Maschinen und Apparaten getrieben. (Bild: Daten: Destatis, Grafiken: CHEMIE TECHNIK)

Index-Schwergewicht mit starkem Preisauftrieb

Schuld an der deutlichen Teuerung hat das Index-Schwergewicht „Maschinen und Apparate“, das sich wiederum aus 14 verschiedenen Einzelpositionen zusammensetzt. Mit einem Anteil von 21,2 % am Gesamtindex PCD haben Maschinen und Apparate besonderes Gewicht. Schon im zweiten Quartal 2022 waren einzelne Maschinen durch besonders große Preissprünge aufgefallen, darunter Rührbehälter, Wärmeübertrager, Mühlen und Zentrifugen – Anlagenkomponenten, bei denen ein hoher Stahlanteil unterstellt werden kann. Für Q3 zeigen sich nun ebenfalls große Preissprünge bei Behältern, Reaktoren und Kolonnen. Spannend ist allerdings, dass dies inzwischen auch für Rotating Equipment gilt: Pumpen und Vakuumpumpen waren in Q3/22 über 12 % teurer als im Jahresdurchschnitt 2021. Verdichter haben sich um 8 % verteuert. Normal waren bis 2021 bei Rotating Equipment Teuerungsraten von weniger als 2 % p.a.

Baupreisindex für Chemieanlagen (PCD)
Die in Q2 beobachtete enorme Dynamik bei Rohrleitungen und Bautechnik hat sich in Q3 abgeschwächt. (Bild: Daten: Destatis, Grafiken: CHEMIE TECHNIK)

Erste Indizien für Abschwächung des Projektgeschäfts

Interessant sind diese Entwicklungen auch vor dem Hintergrund, dass sich der Preisauftrieb beim materialgetriebenen Preis für Rohrleitungen in Q3 gegenüber Q2 halbiert hat: Stand im Frühsommer noch ein Plus von mehr als 12 % zu Buche, haben sich Rohre in Q3 noch um weitere 5 % verteuert. Spannend ist zudem ein Blick auf die Entwicklung der Preise für Bautechnik. In Q3/22 betrug das Plus in diesem Gewerk noch vergleichsweise moderate 1,8 % – nach einem Zuwachs von 10,3 % in Q2. Auch in den Quartalen der beiden Vorjahre lag das Plus bei Bautechnik nie unter 2 %. Es wäre noch zu früh zu sagen, ob dies bereits als Indiz gewertet werden kann, dass sich die Projekttätigkeit im (Industrie-)bau nun ebenso wie im Wohnbau abschwächt. Allerdings deuten auch die Preisentwicklungen bei Montage- und Industrie­leistungen – zwei weiteren Indexschwergewichten – in diese Richtung. Montageleistungen haben sich in Q3 gegenüber dem Vorquartal um lediglich 1,1 % verteuert, was bei anhaltendem Personal- und Fachkräftemangel und steigenden Lohnkosten auf einen verstärkten Wettbewerb hindeuten könnte. Ob sich das erhärtet, werden wir für Q4 im Januar für Sie analysieren.

Baupreisindex für Chemieanlagen (PCD)
Der Vergleich der Zahlen für Q3/22 gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2021 zeigt die enormen Preissteigerungen bei den meisten Anlagengewerken. (Bild: Daten: Destatis, Grafiken: CHEMIE TECHNIK)

Detaillierte Daten und die grafische Analyse können bei uns gegen Rechnung angefordert werden. Anfragen und Bestellungen an: susanne.berger@huethig.de.

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