April 2012
| von AS

CT: Wie sieht die Ausrichtung im Hinblick auf die Chemie aus?

Kögel: Die Chemiebranche ist für Intensiv-Filter keine Unbekannte. Bereits seit der Gründung des Unternehmens 1922 sind wir in diesem Geschäftsfeld aktiv. Wir haben diesen Markt in der Vergangenheit nur nicht aktiv bedient und haben uns in dieser Hinsicht neu aufgestellt. In unserer Organisationsstruktur wurde nun die eigene Sparte „Chemie“ etabliert. Die Maßnahme soll unsere Fähigkeit zur gesamtverantwortlichen Abwicklung von Projekten stärken. Parallel wird die Sparte „Chemie“ durch personelle Aufstockungen noch besser aufgestellt sein, um unsere Kunden auch im internationalen Umfeld dabei zu unterstützen ihre aktuellen Bedürfnisse zu erfüllen. Im Juni wird Intensiv-Filter gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen Infastaub auf der Achema in Frankfurt ausstellen. Dort werden wir nach vielen Jahren erstmalig wieder präsent sein.

CT: Welche Rolle wird die industrielle Entstaubung Ihrer Meinung nach künftig in der chemischen Industrie spielen?

Kögel: Im Rahmen der Diskussion über Energiekosten bei industriellen Anlagen hat auch die Optimierung von Filteranlagen eine immer größere Bedeutung. Deren Energiebedarf resultiert insbesondere aus dem Energieverbrauch der Motoren, die den Hauptventilator antreiben sowie dem Druckluftverbrauch zur Regenerierung der Filtermedien. Die Minimierung des Energieverbrauchs der Gesamtanlage – und damit auch des Filters – ist heute einer der wichtigsten Punkte bei der Entscheidung, welches Equipment eingesetzt wird. Darüber hinaus haben in der Industrie die mit filternden Abscheidern zu entstaubenden Luft-/Gasmengen in den letzten Jahren erheblich zugenommen, was zu wachsenden Filtergrößen und Filterschläuchen mit bis zu 10 m Länge führt.
Wir denken, dass sich die Grenzwerte für Schadstoffe aus industriellen Prozessen vor dem Hintergrund der Gefahren, die insbesondere von Feinstaub ausgehen, weiter verschärfen werden. Bei strengeren gesetzlichen Auflagen zur Luftreinhaltung, auch im internationalen Bereich, müssen die Betreiber von Anlagen, die gesetzlich geregelte Schadstoffe emittieren, die vorgeschriebenen Grenz- oder Zielwerte einhalten. Filtersysteme werden über kurz oder lang auf dem Prüfstand stehen. Obendrein ist das Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein in den vergangenen Jahren gewachsen, und die Industrie ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Besonders in Deutschland besteht bereits ein hohes Anforderungsniveau an den Immissionsschutz.

CT: Welche Chemie-Anwendungen stehen für Sie im Fokus?

Kögel: Die chemische Industrie hat mit Erzeugnissen wie Grundchemikalien, Düngemittel, Kunststoffe, Lacke, Pharmazeutika oder Pestizide sehr vielfältige Anwendungen. Den Bereich der Pharmaindustrie werden wir nicht bedienen. Dieses Feld überlassen wir unserer Schwesterfirma Infastaub, die Filtergeräte für alle OEL-Klassen und mit High-Containment-Ausstattung anbietet. Intensiv-Filter wird sich auf Prozesse der Agrarchemie sowie die Herstellung von Farbstoffen und Pigmenten, Fein- und Spezialchemikalien, Wasch- und Körperpflegemittel sowie Polymere konzentrieren.

CT: Welche weiteren technischen Entwicklungen erwarten Sie in der näheren Zukunft in der industriellen Entstaubung?

Kögel: Die Steigerung der zu entstaubenden Luft-/Gasmengen hat zu wachsenden Filtergrößen und längeren Filterschläuchen geführt. Schlauchlängen von 10 m und Volumenströme bis zu 3 Mio. m3/h sind keine Seltenheit mehr. Bei Filteranlagen dieser Größenordnung spielen die installierte Abreinigungstechnologie und die Betriebsart – ob online, offline oder semi-offline – eine Schlüsselrolle. Gleichzeitig wird der Energieeffizienz und geringeren Betriebskosten eine immer größere Aufmerksamkeit geschenkt. Für die chemische Industrie sind diese Faktoren aufgrund des hohen Energiebedarfs wichtig. Mit unserem Berechnungsprogramm „Proexpertise“ können wir den aus energetischer Sicht optimalen Anlagenbetriebspunkt, das heißt Zykluszeit und Abreinigungsdruck, vorausberechnen oder auch Entscheidungshilfen für Erhöhungen der Anlagenleistung oder Upgrade-Maßnahmen geben.
Bei der Entstaubung von Sprühturmtrocknern werden sich Filteranlagen mit längeren Filterschläuchen ebenfalls immer mehr durchsetzen. Derzeit sind 6 m Schlauchlänge noch Standard, aber die Zukunft liegt bei Schlauchlängen von 8 m. Unsere CFD-Analysen von Rundfiltern bzw. Cleaning-in-Place-Filtern belegen, dass Anlagen mit 8 m Filterschläuchen realisierbar sind.

Neue Gewebefilter –Modulare Filterlösungen 

Zu den aktuellen Entwicklungen des Anbieters Intensiv-Filter zählen die Gewebefilter der Baureihe Projet. Diese sind sowohl für kleine bis mittlere Volumenströme als auch für sehr große Volumenströme bis zu 3 Mio. m3/h verfügbar. Die modularen Filterlösungen mit einer hohen Varianz wurden so optimiert, dass die Lebenszykluskosten der Filteranlage laut Hersteller gegenüber marktgängigen Schlauchfiltern um bis zu 40 % gesenkt werden können. Auch die Filtermedien Protex zielen auf die Senkung der Energiekosten. Durch den Einsatz der neuen Schlauchfiltermaterialen lassen sich Betriebskosten senken.

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