Flugzeug beim Abheben

Das Anlagenprojekt soll ein Meilenstein auf dem Weg zu einer emissionsfreien Luftfahrtindustrie sein. (Bild: Guido Vrola – Fotolia)

| von Redaktion

Bei dem angekündigten Projekt handelt es sich um eine „vorkommerzielle“ Anlage, deren genauer Standort in Europa noch nicht mitgeteilt wurde. Das Projekt erhält 20 Mio. Euro an Fördergeldern aus dem Horizon-2020-Programm der EU. Nachhaltiges Kerosin (Sustainable aviation fuel – SAF) soll ein entscheidendes Instrument werden, um die Emissionen des Luftfahrtsektors in den kommenden Jahrzehnten zu reduzieren.

Neues Verfahren im Einsatz

Um die Klimaziele der Luftfahrt zu erreichen, sei es wichtig, die Einsatzstoffe und Technologieoptionen für die SAF-Produktion zu diversifizieren, heißt es in einer Medienmitteilung des Konsortiums. Die neue Anlage setzt dabei auf das Lanzajet-Verfahren, das nachhaltiges Ethanol für die Herstellung von Kerosin verwenden kann. Dieses Ethanol lässt sich etwa in einem Gasfermentations-Verfahren mit Hilfe von speziellen Mikroben aus kohlenmonoxid- und wasserstoffhaltigen Restgasen gewinnen. Dies ist die Kerntechnologie des US-Biotech-Unternehmens Lanzatech.

Vertreter aus verschiedenen Branchen beteiligt

Lanzatech wird in dem Projekt für die Planung, den Bau und den Betrieb der Anlage verantwortlich sein. Das Konsortium besteht daneben aus weiteren Vertretern verschiedener Branchen: Das niederländische Unternehmen Sky-NRG fungiert als Projektkoordinator und leitet die Entwicklung der nachgelagerten Lieferkette. Die Forschungsorganisation Fraunhofer wird die Kommunikation über das Projekt überwachen und verbreiten, während sich das Beratungsunternehmen E4tech um die Ökobilanz kümmert. Der Roundtable on Sustainable Biomaterials (RSB) schließlich soll das Projekt durch eine Anleitung zur RSB-Zertifizierung der Anlage unterstützen. Der Name des Konsortiums Flite steht für „Fuel via Low Carbon Integrated Technology from Ethanol“. Der Startschuss für das Projekt fiel am 8. Dezember 2020.

Anlage 2024 betriebsbereit

Die AtJ-Anlage soll 2024 voll betriebsbereit sein und Ethanol auf Abfallbasis nutzen, das von mehreren europäischen Herstellern bezogen wird. „Diese erste Alkohol-to-Jet-Produktion in Europa wird ein wichtiger Schritt sein, um nachhaltigen Flugkraftstoff zugänglicher und skalierbar zu machen und die Ambitionen der Luftfahrtindustrie hinsichtlich Netto-Null-Emission zu unterstützen“, glaubt Maarten van Dijk, Managing Director Sky-NRG.

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