Dow betreibt unter anderem im niederländischen Terneuzen einen Steamcracker. Bild: Dow

Dow betreibt unter anderem im niederländischen Terneuzen einen Steamcracker. Bild: Dow

Dow und Shell hatten im Juni 2020 eine Entwicklungsvereinbarung für elektrisch beheizte Steamcracker-Öfen angekündigt. Aufgrund der bisherigen Fortschritte prüfen die Unternehmen nun den Bau einer Multi-Megawatt-Pilotanlage.

Die Unternehmen bestätigten, dass das gemeinsame Programm von der niederländischen Regierung mit 3,5 Millionen Euro im Rahmen des MOOI-Programms (Mission-driven Research, Development and Innovation subsidy) gefördert wird. Außerdem gaben sie bekannt, dass sie bei dem Projekt mit der niederländischen Organisation für angewandte wissenschaftliche Forschung (TNO) und dem Institut für nachhaltige Prozesstechnologie (ISPT) zusammenarbeiten wollen. Dadurch sollen wichtige Meilensteine für den kurzfristigen Fortschritt und längerfristig notwendige Durchbrüche beschleunigt werden.

Im ersten Jahr seien durch das Programm Elektrifizierungslösungen für die heutigen Steamcracker vorangetrieben worden, während längerfristig auch "bahnbrechende" Technologien für neuartige Konstruktionen von elektrifizierten Crackern verfolgt werden. Der zweigleisige Ansatz zielt darauf ab, signifikante Emissionsreduzierungen zu unterstützen, die erforderlich sind, um die CO2-Ziele der Unternehmen für 2030 zu erreichen. Zudem wollen die Unternehmen bis 2050 oder früher Netto-Null-Emissionen erreichen. Gemeinsame Teams in den Niederlanden und den USA hätten nach Angaben von Dow und Shell ihr Fachwissen in den Bereichen elektrisches Design, Metallurgie, Kohlenwasserstofftechnologie und numerische Strömungsmechanik eingesetzt, um Konzepte einzugrenzen, Emissionsvorteile zu validieren, Patente voranzutreiben, die Haltbarkeit elektrischer Heizelemente zu demonstrieren und Partnerschaften mit Ausrüstungslieferanten einzugehen.

Multi-Megawatt-Pilotanlage in Planung

Die Unternehmen evaluieren nun den Bau einer Multi-Megawatt-Pilotanlage, die vorbehaltlich der Investitionsunterstützung 2025 in Betrieb gehen könnte. TNO soll dabei fundierte Kenntnisse im Bereich der Hochtemperatur-Wärmeübertragung einbringen und dabei helfen, innovative elektrische Technologien zu identifizieren, die in der Industrie eingesetzt werden könnten. ISPT konzentriert sich auf die Systemintegration von bevorzugten Konzepten und verbindet die Dynamik von bahnbrechenden Technologien mit der von Versorgungseinrichtungen und Infrastruktur in der chemischen Industrie durch die Energiewende.

Im März 2021 hatte auch der Chemiekonzern BASF bekannt gegeben, gemeinsam mit Sabic und Linde an einem elektrisch beheizten Steamcracker-Ofen zu arbeiten. Entsprechende EU-Fördermittel vorausgesetzt, soll am Standort Ludwigshafen eine Multi-Megawatt-Demonstrationsanlage gebaut werden, die bereits 2023 in Betrieb gehen könnte. Den Bericht zu dem Vorhaben von BASF, Sabic und Linde finden Sie hier.

Bei der Dampfreformierung (Steamcracking) von Kohlenwasserstoffen entstehen große Mengen an Kohlendioxid. 90 % davon entfallen auf die Beheizung der Cracker-Öfen mit fossilen Brennstoffen.

 

 

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