Pipeline vor Raffinerie

Die deutsche Industrie ist stark von russischem Erdöl und Erdgas abhängig. (Bild: tomas - fotolia.com)

Deutschland ist in hohem Maße abhängig von der Energieversorgung aus Russland: In 2020 importierte Deutschland 42 % des Rohölbedarfs aus Russland, gefolgt von Großbritannien und den USA (je 14 %). Obwohl die USA seit 2017 wieder zu den Ölversorgern Deutschlands zählen und auch die aus Übersee eingeführten Megen steigen, stieg der Anteil an russischem Öl auch 2020 noch gegenüber 2019 um 4 %.

Noch gravierender ist die Abhängigkeit bei der Erdgasversorgung: Hier hat Russland einen Anteil von 55 %, gefolgt von Norwegen (31 %). Die Niederlande liefern rund 13 % des deutschen Erdgasbedarfs - Tendenz fallend. Gegenüber Erdöl, das seit jeher auch in großen Mengen per Tankschiff bezogen wird und dadurch eine stärkere Diversifikation der Lieferländer erlaubt, ist Deutschland in hohem Maße von Pipelinegas abhängig, wodurch die Zahl der Lieferanten stark eingeschränkt wird. Hier rächt sich die Politik des billigen Gases: Pipelinegas ist deutlich billiger, als der Bezug von Flüssiggas per Tankschiff. Während die meisten europäischen Länder in den vergangenen Jahren eigene Importterminals für den Bezug von LNG per Schiff aufgebaut haben, fehlte in Deutschland bislang der politische Wille, solche Vorhaben zu fördern und damit auch die Wirtschaftlichkeit eines solchen Terminals. Auch heute noch ist der Bau eines LNG-Terminals nicht wirtschaftlich darstellbar. Zu den Gründen für die derzeit hohen Gaspreisen lesen Sie hier.

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