Spatenstich beim Bau der Polyplastics-Anlage für Topas Cyclo Olefin-Copolymere in Leuna

(Bild: Polyplastics)

Die Anlage wird von der deutschen Polyplastics-Tochter Topas Advanced Polymers GmbH betrieben und soll im dritten Quartal 2024 in Betrieb gehen. Mit der zusätzlichen Produktionskapazität will das Unternehmen die weltweit steigende Nachfrage nach COC-Produkten decken. "Diese Erweiterung ist ein wichtiger Schritt auf dem langfristigen Wachstumspfad von Topas COC", sagte Dr. Toshio Shiwaku, Präsident und CEO von Polyplastics. "Mit der neuen Anlage können wir unseren Kunden die notwendigen Mengen, vor allem in den Bereichen Verpackungs- und Medizinprodukte, zur Verfügung stellen. Damit können wir auch weiterhin als zuverlässiger Lieferant das Wachstum unserer Kunden begleiten und gleichzeitig die Basis für die Entwicklung von nachhaltigen Lösungen für eine echte Kreislaufwirtschaft schaffen."

Die Anlage in Leuna befindet sich auf einem 30.000 m2 großen Gelände, welches auch ausreichend Platz für zukünftige Kapazitätserweiterungen bietet. Sie wird verschiedene COC-Polymertypen herstellen, die in alle Regionen der Welt geliefert werden. Das Investitionsprojekt, das vom Land Sachsen-Anhalt mit einer Reihe von Förderungen unterstützt wird, wird planmäßig zur Schaffung von mehr als 50 eigenen Arbeitsplätzen und weiteren ca. 25 Positionen bei Dienstleistern und Zulieferanten vor Ort führen.

„Nachhaltige Lösungen, insbesondere nachwachsende Rohstoffe und Kreislaufwirtschaft sind die gegenwärtigen Megatrends in der Chemie. Ich bin stolz, heute mit der TOPAS Advanced Polymers GmbH als Weltmarktführer bei leicht rezyklierbaren COC-Produkten einen Nachhaltigkeits-Champion in der Leuna-Familie zu begrüßen. Der heutige Spatenstich ist ein bedeutsamer Schritt für den weiteren Ausbau der Position von Leuna als führendem Standort für die nachhaltige Chemieindustrie in Europa.“ so Dr. Christof Günther, Geschäftsführer der Chemiepark-Betreibergesellschaft Infraleuna.

Schlüsselrolle für die Medizintechnik

Für die neue Kapazität erwartet Polyplastics eine Schlüsselrolle bei der Deckung der steigenden Nachfrage nach Anwendungen in der Medizintechnik, wie Insulinpumpen oder Tests in der Medizindiagnostik. Die COC der Marke Topas sind aufgrund ihrer Reinheit und glasähnlichen Eigenschaften zu einem wichtigen Werkstoff für viele medizinische Produkte geworden. Es ist seit langem eine Materiallösung für medizinische Spritzen und Behälter, ein Markt, der bisher von Borosilikatglas dominiert wurde, sowie für diagnostische Kassetten. Eine Blockbuster-Anwendung sind vorgefüllten Spritzen.

Bei Verpackungsprodukten verbessert COC die Eigenschaften von Standard-Polyolefinen (z. B. Polyethylen) und ermöglicht die Entwicklung einfacherer, besser recycelbarer und nachhaltiger Lösungen. Monomaterial-Folienstrukturen auf PE-Basis, die mit COC verstärkt sind, lassen sich leichter recyceln als Multimaterial-Lösungen mit Schichten aus PET oder anderen PE-unverträglichen Kunststoffen. Topas COC wurde im Rahmen der EU-Bemühungen um eine Kreislaufwirtschaft als recyclingfähiges Polyolefin eingestuft. Es hat bereits mehrere unabhängige Zertifizierungen für die Kompatibilität mit PE/PP erhalten. So lassen sich z.B. Schrumpfetiketten auf Polyolefinbasis effizient von PET-Flaschen und -Behältern abtrennen und verhelfen somit zur Herstellung von qualitativ hochwertigem r-PET.

Recyclingfähiger Kunststoff als Ersatz für Glas

In jüngster Vergangenheit ist das Interesse an Topas COC für COVID-19-Tests stark angestiegen, und es werden derzeit Entwicklungen für den Einsatz als Primärverpackungen in neuen Impfstoffen und Therapien durchgeführt. Das Material wurde als Ersatz für Glas in diesen wichtigen diagnostischen Produkten und Fläschchen entwickelt. Der Werkstoff kann dazu dienen, einen möglichen Mangel an Borosilikatglas, das zur Herstellung von Impfstofffläschchen verwendet wird, zu reduzieren. Während Borosilikatglas den heutigen Anforderungen der Industrie noch entspricht, gibt es neue Medikamente und Therapien, die mit Glas nicht kompatibel sind. Insbesondere Topas COC könnte hier eine wichtige Rolle spielen, wenn mehr biotechnologisch hergestellte Wirkstoffe auf den Markt kommen.

Im besonderen Fokus steht, dass der Kunststoff aufgrund seiner extrem niedrigen diffundierbaren und geringen extrahierbaren Bestandteile, seiner unpolaren Oberfläche mit geringer Reaktivität und seiner weitgehenden Kompatibilität mit den weltweit geltenden Vorschriften ideal für diagnostische Produkte und für die Primärverpackung von Impfstoffen und therapeutischen Wirkstoffen geeignet ist und bei führenden Pharmaunternehmen in aller Welt zahlreiche kommerzielle Anwendungen findet. Das Material bietet höchste Reinheit, und seine Inertheit verhindert Störungen von Reaktionen und Analysen. Weitere wichtige Merkmale sind die hervorragenden optischen Eigenschaften (91% Transparenz) sowie die ausgezeichnete UV-Transparenz und geringe Doppelbrechung. Die Designfreiheit, die spritzgussfähiges COC bietet, ermöglicht leichte, tragbare Lösungen zur Verabreichung von Medikamenten, wie Insulin, tragbare Diagnosegeräte und vieles mehr.

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