Streik

Die Gewerkschaft bereitet sich auf die weiteren Verhandlungen im Oktober vor. (Bild: Andrii Yalanskyi – stock.adobe.com)

Das gut 100-köpfige Gremium erneuerte damit seine bereits im Februar 2022 getroffene Forderung. „Unser Beschluss ist heute aktueller denn je“, sagte IGBCE-Verhandlungsführer Ralf Sikorski. „Den Beschäftigten rinnt das Geld täglich schneller durch die Finger, gleichzeitig verdienen die meisten ihrer Arbeitgeber weiterhin gut.“

Nach zwei Verhandlungsrunden im April hatte man sich angesichts der unsicheren Weltlage mit den Arbeitgebern auf eine Vertagung der Gespräche und eine einmalige Brückenzahlung verständigt. Die Gespräche sollen nun im Oktober fortgesetzt werden.

Hier zeigen wir die letzten Positionen der Tarifparteien nach den Gesprächen im April:

Arbeitgeber sollen „Verantwortung für Beschäftigte übernehmen“

Auch darauf hatten sich beide Seiten auch nach den zwei Verhandlungsrunden im April verständigt, als die Gespräche über nachhaltige Entgeltsteigerungen aufgrund der großen Unsicherheit nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine in den Oktober vertagt worden waren. Im Gegenzug erhielten die Beschäftigten eine Brückenzahlung in Höhe von 1400 Euro, unabhängig von der persönlichen Entgeltgruppe. Notleidende Betriebe konnten diesen Betrag auf 1000 Euro pro Kopf reduzieren. Davon hatten 149 von 1900 Betrieben Gebrauch gemacht. Nach einer Umfrage unter IGBCE-Betriebsräten ist auch aktuell die Lage bei der Mehrheit der Firmen noch immer gut. 61 % der Befragten gaben an, dass es weder Produktionsdrosselungen, noch Personalmaßnahmen gebe.

Lage hat sich nochmal zugespitzt

„Natürlich hat sich die Lage in den vergangenen Monaten dramatisch zugespitzt“, sagte Sikorski. „Das gilt aber vor allem für unsere Leute.“ Allein die explodierenden Energiepreise dürften viele in den kommenden Monaten an den Rand ihrer Möglichkeiten bringen. „Das trifft besonders die Armen, aber längst nicht nur sie. Wir reden von der breiten Masse – von der Chemie-Laborantin, dem Anlagenführer, der Pharma-Referentin.“

Vor dem Hintergrund begrüßte der stellvertretende IGBCE-Vorsitzende die Bemühungen der Bundesregierung um Entlastung der Menschen und ihr Angebot an die Tarifparteien, eine Sonderzahlung von bis zu 3.000 Euro steuer- und abgabenfrei zu stellen. „Das ist ein starkes Angebot, das jetzt schnell konkret ausformuliert werden muss.“ Die IGBCE hatte bereits die Idee eines tariflichen Entlastungsgelds ins Spiel gebracht, das zusätzlich zu tabellenwirksamen Entgelterhöhungen als zeitlich befristete Zulage gezahlt werden könnte.

Besonders brisant: Am gleichen Tag, an dem die Gewerkschaft ihre ehrgeizigen Forderungen für die Tarifrunde erneuerte, berichtet der Chemieverband VCI, dass die Produktion in allen Sparten der Branche eingebrochen sei. Diese Diskrepanz lässt schwierige Gespräche im nächsten Monat erwarten.

Die dritte Verhandlungsrunde findet am 17. und 18. Oktober in Wiesbaden statt

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