Ambartec und UIT haben eine Anlage für Speicherung und Transport von Wasserstoff auf Basis von Eisenoxid in Betrieb genommen.

(Bild: Ambartec)

Gemeinsam haben die Unternehmen damit eine Demonstrationsanlage zur Wasserstoffspeicherung realisiert, die neben ihrer Kompaktheit besonders effizient und nachhaltig ist. Der stark reduzierte Wasserbedarf bei der Wasserstoff-Erzeugung, die schnelle Ein- und Ausspeicherung und einfache Genehmigungsverfahren machen das Verfahren attraktiv.

Kompakter Speicher erhöht Transportfähigkeit

Verglichen mit bekannten Speichertechnologien ermöglicht das von Ambartec entwickelte HyCS-Verfahren eine kompaktere Speicherung und Transport von Energie und Wasserstoff als mit bekannten Speichertechnologien. So können in einem Liter Speichermaterial bis zu 3 kWh Energie gespeichert werden, wohingegen Lithium-Ionen-Batterien aktuell auf lediglich 0,3 kWh/Liter und flüssiger Wasserstoff auf 2 kWh/l kommen.

Die gemeinsam von UIT und Ambartec realisierte Lösung macht den regionalen und internationalen Transport von H2 deutlich einfacher und kostengünstiger. Über den Transport hinaus kann das HyCS-Verfahren in Zeiten steigender Energiepreise in Verbindung mit Photovoltaik-Anlagen und/oder Wärmpumpen einen Beitrag dazu leisten, unabhängiger von überregionalen Strom- und Gaslieferungen zu werden.

Dabei bietet die HyCS-Technologie laut Entwickler ein hohes Potenzial zur Steigerung des Wirkungsgrades der Stromspeicherung im Vergleich zu bekannten H2-basierten Lösungen. Durch die clevere Integration mit Hochtemperatur-Elektrolyseuren (SOEC) und -brennstoffzellen (SOFC) sind mit über 65 Prozent etwa doppelt so hohe Wirkungsgrade wie bei etablierten Verfahren erreichbar. Das Verfahren wurde zunächst in ein detailliertes technisches Konzept gebracht und anschließend von UIT umgesetzt. Durch die Zusammenarbeit der einzelnen Fachabteilungen konnten die planerischen Details zielgerichtet geklärt und das Projekt pünktlich abgeschlossen werden.

Die Ambartec-Unternehmensgründer Uwe Pahl und Matthias Rudloff haben mit Unterstützung von UIT einen großen Meilenstein erreicht: sie haben mit der Inbetriebnahme den technischen Nachweis erbracht, dass ihr über Jahre hinweg entwickeltes Verfahren auch in einer realen Anlage betrieben werden kann. „Wir haben in dieser Anlage bereits sämtlich Komponenten, Steuer- und Regelkreise sowie Sicherheitssysteme implementiert, die in realen Kundenanlagen erforderlich sind”, erläutert CTO Uwe Pahl. „Nach Abschluss des Testbetriebs werden wir den Speicher in den nächsten Monaten systematisch schrittweise skalieren.”

Auch der UIT-Geschäftsführer Lars Braun zeigte sich zufrieden mit der Zusammenarbeit: „Wir haben gemeinsam dieses anspruchsvolle Projekt als Projektpartner auf Augenhöhe gemeistert. Dank der konstruktiven und vertrauensvollen Zusammenarbeit konnten wir schnell auf sich ändernde Rahmenbedingungen reagieren. Wir sind sehr zufrieden mit der fertiggestellten Anlage in Freiberg. Ich möchte mich bei allen UIT- und AMBARtec-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die hervorragende Arbeit bedanken.“

Speicher mit einer Kapazität von 250 kWh können damit bereits Mitte 2023 durch Ambartec geliefert werden, Speicher mit 3.000 kWh sind ab Ende 2023 verfügbar. Mit Planungen für Projekte mit dem HyCS-Standardmodul im 20 Fuß Container mit einer Speicherkapazität von 20.000 kWh kann bereits jetzt begonnen werden.

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