Das neue Gebäude

Das neue Gebäude am Standort Reinach ist knapp 150 m lang. (Bild: Endress+Hauser)

So sind im neuen Gebäude Endress+Hauser Flow, das Kompetenzzentrum für Durchflussmesstechnik, sowie Endress+Hauser Digital Solutions, innerhalb der Firmengruppe für alle Themen rund um digitale Kommunikation und Automatisierungslösungen zuständig, beheimatet. Die ersten Mitarbeitenden sind bereits eingezogen.

Notwendig wurde das neue Gebäude auch, da in den vergangenen fünf Jahren die Zahl der Mitarbeitenden am Standort Reinach im Kanton Basel-Landschaft um 20 % auf über 2.000 Personen gestiegen. Parallel wurden die produzierten Stückzahlen deutlich erhöht und das Portfolio für digitale Lösungen ausgebaut.

Die Rohbauarbeiten für das knapp 150 m lange Gebäude hatten 2019 begonnen. Dafür wurden eine Freifläche sowie ein Bestandsgebäude an der Kägenstraße überplant. Die zusätzliche Nutzfläche beträgt mehr als 25.000 m² – das entspricht rund vier Fußballfeldern. Insgesamt wurden unter anderem rund 19.000 m³ Beton und 2.200 t Bewehrungsstahl verbaut.

Insgesamt hat der Spezialist für Mess- und Automatisierungstechnik 60 Mio. Franken (umgerechnet ebenfalls rund 60 Mio. Euro) in seinen Campus investiert. Mit dieser Investition gebe das Familienunternehmen ein deutliches Bekenntnis zum Standort Reinach respektive der Region Basel ab, in welcher die Firmengruppe fest verwurzelt sei, heißt es in der Unternehmensmitteilung.

Produktionsausbau und zusätzliche Arbeitsplätze

Das Unternehmen trägt mit dem Neubau der nach eigenen Angaben anhaltenden Nachfrage nach Durchflussmessgeräten und Lösungen für das industrielle Internet der Dinge (IIoT) in der Prozessindustrie Rechnung. Flüssigkeiten und Gase müssen immer genauer erfasst, gemessen und abgerechnet werden. Verantwortlich dafür sind unter anderem zunehmend strengere gesetzliche Bestimmungen und weltweit wachsende Anforderungen an Qualität und Umweltschutz.

Im Zuge der Erweiterung sollen rund 1.050 Mitarbeitende über alle Gebäude hinweg umziehen. Durch die zusätzlichen Flächen entsteht dabei mehr kollektiv genutzter Arbeitsraum. „Im Sinne von New Work setzen wir Activity Based Working – also tätigkeitsbasiertes Arbeiten – um. Für unterschiedliche Tätigkeiten wird es unterschiedliche Arbeitsbereiche geben. Mitarbeitende können dann einen Platz wählen, der sich für ihre Aufgabe am besten eignet“, sagte Mirko Lehmann, Geschäftsführer Endress+Hauser Flow.

Besondere Coworking-Zonen wie „Innovation Labs“ oder Projekt-Zonen sollen zudem unterschiedlichen Abteilungen die Möglichkeit bieten, gemeinsam über einen längeren Zeitraum an einem Projekt zu arbeiten. Mitarbeitende dürfen frei zwischen einem festen oder geteilten Arbeitsplatz entscheiden. Helle, freundliche Räume und eine moderne Infrastruktur wirken sich ebenfalls positiv auf das Arbeitsklima aus.

Lernfördernde Ausbildungsbereiche

Gleichzeitig will Endress+Hauser mit dem Neubau auch in die Mitarbeitenden von morgen investieren. Der Neubau soll die Ausbildung ins Herz des Betriebs holen und bietet daher genügend Raum für lernfördernde Bereiche mit Werkstätten, Laboren und Schulungsräumen.

Dadurch kann die Anzahl der Ausbildungsplätze und -berufe aufgestockt werden. Bislang wurden 43 Lernende in acht Berufen ausgebildet, ab August sollen es knapp 50 Lernende in elf Berufen sein. In den nächsten fünf Jahren soll die Anzahl weiter wachsen.

Rund 4.000 Besucher pro Jahr dürfen sich zudem auf das neue Betriebsbesichtigungs- und Bewirtungskonzept freuen. Dies beinhaltet neben dem Empfangsbereich in neuer Gestalt auch ein neues Besucherzentrum mit der integrierten Erlebniswelt „Flow Experience“. Dort werden auf über 2.000 m² die Marke Endress+Hauser sowie das Portfolio für Durchflussmesstechnik schon vor der eigentlichen Werksbesichtigung erlebbar.

Nachhaltiges Energiekonzept

Im Hinblick auf das Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie von Endress+Hauser Flow, seine Gebäude am Standort bis 2030 CO2-neutral zu betreiben, soll im neuen Gebäude großer Wert auf eine klimaschonende Bewirtschaftung gelegt werden.

Im Rahmen des Energiekonzepts wird beispielsweise die produzierte Abwärme in einem Schichtenspeicher für Warmwasser gespeichert und anschließend für die Beheizung genutzt. Zusätzlich hilft ein umfassendes Energiemonitoring mit Messinstrumenten aus dem eigenen Portfolio, den Gebäudebetrieb stetig zu optimieren.

Auf dem Dach des Neubaus wurden großflächige Photovoltaikanlagen installiert. Sie erbringen eine Leistung von 365 KW Peak und decken damit den Stromverbrauch von rund 75 Einfamilienhäusern pro Jahr​. Insgesamt verfügt Endress+Hauser am Standort Reinach nun über eine Photovoltaik-Fläche von 3.700 m² mit einer Leistung von rund 1 MW Peak. Das Unternehmen ist damit nach eigenen Angaben einer der größten Sonnenstromproduzenten im Raum Basel. Zusätzlich wurden auf dem Dach zwei Bienenvölker angesiedelt und bienenfreundliche Blumen gepflanzt.

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