Übersicht über deutsche Industrieparks
Die größten Chemieparks in Deutschland
Deutschland gehört zu den größten Chemie- und Pharmaproduzenten weltweit – eine Besonderheit ist dabei das Konzept der sogenannten Chemieparks. Unser Ranking inklusive interaktiver Karte zeigt die größten Chemieparks in Deutschland sortiert nach ihrer Fläche.
Chemiepark soweit das Auge reicht - die deutschen Standorte, die in der interaktiven Karte weiter unten aufgeführt sind, kommen auf knapp 11.000 ha Fläche.
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Chemieparks sind nicht nur wichtige Produktionsstätten für die chemische sondern auch für die pharmazeutische und biotechnologische Industrie. Die Anlagen und Versorgungseinheiten der Parks sind stark miteinander vernetzt. Ansässige Unternehmen teilen Aufgaben untereinander auf oder beschäftigen Dienstleister, die dann für den gesamten Standort zuständig sind. Etwa 40 Chemieparks gibt es in Deutschland, deren Flächen und jeweilige Betreiber Sie aus unserer interaktiven Karte weiter unten entnehmen können. Die drei nach ihrer Gesamtfläche größten Chemieparks in Deutschland stellen wir Ihnen nachfolgend näher vor:
Platz 1: Unangefochtene Nummer eins mit 1.300 ha Fläche ist der Chemiestandort Leuna. Mit BASF, Linde und Dow sind dort drei der zehn weltweit größten Chemiekonzerne vertreten. Einen großen Teil des Geländes nimmt die Total-Raffinerie ein. Ende 2025 hat das insolvente Unternehmen Domo Chemicals Deutschland seine Anlagen am Chemiestandort Leuna auf Notbetrieb heruntergefahren.
Platz 2: Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt beheimatet den zweitgrößten Chemiepark Deutschlands. Die Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH ist Betreiber des 1.200 ha großen Geländes. Über Rohrleitungen für den Transport technischer Gase ist dieser Standort mit den Parks in Leuna und Schkopau verbunden. Das Unternehmen Skeleton Materials kündigte im Februar 2025 an, im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen ein Werk für "Curved Graphene" errichten zu wollen, die weltweit erste Produktionsstätte für dieses Speichermedium.
Platz 3: Die Fläche des Value-Park erstreckt sich über 920 ha, die auf zwei Werksgelände aufgeteilt sind – das eine liegt in Schkopau (Sachsen-Anhalt) das andere in Böhlen (Sachsen). Betreiber des Industrieparks ist Dow Olefinverbund. Den größten Anteil an den ansässigen Unternehmen nehmen Kunststoffverarbeiter ein. Dow kündigte Mitte 2025 an, Sparmaßnahmen in Europa ergreifen zu wollen und dafür Anlagen zu schließen und Stellen abzubauen. Konkret betrifft das demnach den Steamcracker des Unternehmens in Böhlen sowie Chloralkali- und Vinylanlagen in Schkopau. Die Stilllegungen sollen Mitte 2026 beginnen und bis Ende 2027 abgeschlossen sein.
Platz 4 bis 10 der größten deutschen Chemieparks
Nicht nur innerhalb der deutschen Chemieparks gibt es Cluster, die sich Versorgungseinheiten teilen – der Blick auf die Deutschlandkarte zeigt, dass sich auch die Chemieparks selbst in bestimmten Regionen häufen. Im Osten rund um die Standorte Leuna, Bitterfeld und Schkopau war früher das Chemiedreieck der DDR, aufgrund der Nähe zu den Tagebauen, die Zugang zu Braunkohle als Energielieferant ermöglichten. Ähnliches gilt für das Chemiepark-Cluster im Ruhrgebiet und weiter südlich im Rheinland, das nahe am Steinkohlebergbau gelegen ist.
Ein aktuelles Beispiel inwiefern die Vernetzung in einem Industriepark auch Nachteile haben kann, ist Dyneon im Chemiepark Gendorf. Der Eigentümer des Fluorpolymer-Herstellers, der US-amerikanische Konzern 3M, will aufgrund des PFAS-Verbots den Standort in Gendorf schließen. Im Verbund des Bayerischen Chemiedreiecks sind allerdings viele Produktionen und Unternehmen von den Dyneon-Produkten abhängig, weswegen die Schließung weitreichende Folgen hat und sich mittlerweile auch die Politik für einen Weiterbetrieb einsetzt.
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