Wasserstoff-Produktionsanlage in Geismar, Louisiana

Air Products betreibt in Geismar, Louisiana, bereits eine konventionelle Wasserstoffanlage. Das neue Projekt soll blauen Wasserstoff produzieren. Bild: Air Products and Chemicals

Der 4,5 Mrd. US-Dollar teure Produktionskomplex soll ab 2026 täglich mehr als 21 Mio. Kubikmeter Wasserstoff produzieren und über das Konzern-eigene Wasserstoff-Pipelinenetz in der US-Golfregion an rund 25 Abnehmer in Louisiana und Texas verteilen. Die neue Anlage soll in Ascension Parish entstehen, der blaue Wasserstoff soll auch zur Herstellung von blauem Ammoniak verwendet werden.

Das bei der Produktion von blauem Wasserstoff aus Erdgas entstehende Kohlendioxid soll abgeschieden und dauerhaft gespeichert werden (CCS) - das inerte Gas soll in den Ölförderanlagen im Golf von Mexiko zur Ausbeutesteigerung eingeleitet werden. Die Anlage wäre aktuell die größte ihrer Art auf der Welt. Air Products rechnet damit, dass durch das Projekt 170 Arbeitsplätze geschaffen werden. Außerdem über den Bau-Zeitraum von drei Jahren rund 2.000 Jobs im Baugewerbe.

Air Products CEO Seifi Ghasemi und der Gouverneur von Louisiana, John Bel Edwards
Air Products CEO Seifi Ghasemi bei der Projektvorstellung in Gegenwart des Gouverneurs von Louisiana. Bild: Air Products and Chemicals

"Dieses bahnbrechende Megaprojekt wird nicht nur Arbeitsplätze schaffen, sondern Louisiana und Ascension Parish zu Vorreitern bei der Umstellung auf saubere Energie in den USA machen", sagte Seifi Ghasemi, Präsident und CEO von Air Products auf einer Pressekonferenz: "Wir freuen uns sehr über das Modell, das dieses Projekt im Rahmen der Energiewende darstellt, und danken dem Bundesstaat Louisiana für die Zusammenarbeit beim Porenraum zur sicheren und dauerhaften Bindung des abgeschiedenen CO2. Wir freuen uns darauf, auf unserer langjährigen Partnerschaft mit Louisiana aufzubauen und eine Anlage zu errichten, die weltweit als führendes Beispiel für saubere Energieerzeugung dienen wird."

Etwa 95 % des in der Anlage erzeugten CO2 werden abgeschieden, komprimiert und über eine Pipeline sicher zu mehreren Sequestrationsstandorten im Landesinneren transportiert, die sich entlang eines Pipelinekorridors befinden. Dieser erstreckt sich bis zu 35 Meilen östlich der neuen Produktionsanlage. Mehr als fünf Millionen Tonnen CO2 pro Jahr (MTPY) werden dauerhaft in geologischen Porenräumen gespeichert, die vom Staat Louisiana etwa eine Meile unter der Oberfläche gesichert wurden. Air Products hat bereits die Genehmigung der staatlichen Mineral- und Energiebehörde, die Teil des Louisiana Department of Natural Resources ist, für die dauerhafte Sequestrierung des CO2 erhalten.

Zahlreiche Vorhaben rund um blauen und grünen Wasserstoff

Air Products betreibt bereits seit 2013 im texanischen Port Arthur eine Produktionsanlage für blauen Wasserstoff. Dort wurden seither rund eine Million Tonnen Kohlendioxid abgeschieden und via Pipeline an Öl-Bohranlagen transportiert, wo das Kohlendioxid dazu eingesetzt wird, die Ausbeute der Ölförderung zu steigern. Was es mit den Wasserstoff-Farben auf sich hat, erfahren Sie hier.

Air Products hatte im Juni 2021 angekündigt, einen milliardenschweren Netto-Null-Wasserstoff-Energiekomplex in Edmonton, Alberta, Kanada, zu errichten - dass dazu Technologie von Haldor Topsoe genutzt werden soll, war zuletzt Gegenstand unserer Berichterstattung. Das Ammoniak-Verfahren des dänischen Anlagenbauers soll auch in den beiden Großprojekten in Luisiana sowie bei NEOM in Saudi-Arabien zum Einsatz kommen. Air Producst ist bei dem Großprojekt am roten Meer ebenfalls Joint Venture-Partner. Dort soll mit erneuerbaren Energien kohlenstofffreier Wasserstoff  und grünes Ammoniak produziert werden, um diese auf die globalen Märkte zu exportieren. Über das Projekt, das fünf Milliarden US-Dollar kosten soll, hatten wir unter anderem im vergangenen Jahr berichtet.

Blauer Wasserstoff ist Schlüsseltechnologie

Dass blauer Wasserstoff und die Abscheidung von Kohlendioxid ein Schlüssel bei der Dekarbonisierung der Industrie werden könnte, ist für viele Kenner der Szene eine ausgemachte Tatsache. Im CT-Interview hatte beispielsweise Jürgen Nowicki, CEO von Linde Engineering, im September darauf hingewiesen, dass die Produktionsziele für Kohlenstoff-freien Wasserstoff künftig kaum alleine über erneuerbaren Strom und Wasser-Elektrolyse erreichbar sein werden: "Das Ziel ist grün, aber der klimaschonende Weg führt über CCS und blauen Wasserstoff", so Nowicki im CT-Interview, das sie hier nachlesen können.

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