Chemikalien aus Abfall und Eisen als Energiequelle
Chemie-Anlagenbauprojekte von Juli 2026
Diesen Monat enthält unsere Übersicht gleich zwei Projekte in denen aus Abfällen neue Chemikalien entstehen. Außerdem ist das vorletzte Puzzleteil für Europas größtes Chemieprojekt seit Jahrzehnten eingetroffen, nachdem es in der Straße von Hormus festhing.
H2O2-Werk von Evonik Fuhua in Leshan, China
Evonik
Dass der anhaltende Krieg im Iran für Unsicherheiten auf den Verkehrsachsen im Nahen Osten sorgt, ist weithin bekannt. Nun hat die Dechema die Erstausgabe ihrer Messe Achema Middle East aufgrund der Ereignisse von Oktober 2026 in den Oktober 2027 geschoben. Veranstaltungsort ist Riyadh in Saudi-Arabien. Auf die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland hat der Krieg indes teilweise positive Auswirkungen wie der VCI in seiner Halbjahres-Bilanz berichtet: Unternehmen füllen derzeit ihre Lager auf, um möglichen Versorgungsengpässen vorzubeugen. Gleichzeitig ließ der Wettbewerbsdruck aus Asien durch die Sperrung der Straße von Hormus vorübergehend nach. Beides führte zum Stabilisieren des Inlandsgeschäfts.
Blicken wir auf die deutsche Chemieproduktion im Juli. Die Auffanggesellschaft des Domo-Chemiewerks in Leuna, die Polyamid GmbH, sucht seit Anfang Juli nach neuen Investoren, nachdem sie Mitte Juni Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet hatte. Nach Unternehmensangaben gibt es schon Anfragen von Interessenten. Schlechter sieht es für die PCK Raffinerie in Schwedt aus. Der stark von russischem Öl abhängige Standort, sollte eine neue Ölpipeline erhalten. Das Gewähren staatlicher Beihilfen für diese Pläne, bewertet das Bundeswirtschaftsministerium gerade neu.