Ineos in Köln und Currenta am Chempark-Standort Dormagen planen den Aufbau und Betrieb einer 100 Megawatt-Wasserelektrolyse zur Erzeugung von grünem Wasserstoff.

Ineos in Köln und Currenta am Chempark-Standort Dormagen planen den Aufbau und Betrieb einer 100 Megawatt-Wasserelektrolyse zur Erzeugung von grünem Wasserstoff. (Bild: Currenta)

Das Vorhaben unter der Projektbezeichnung ChemCH2ange soll den Projektpartnern zufolge Treibhausgasemissionen von über 120.000 t/a ermöglichen. Mit mit großindustriellen Anlage können sich außerdem die Wärmeerzeugungsprozesse von Currenta nachhaltiger gestalten lassen, und die klimaneutrale Erzeugung bedient neben dem Ineos-Standort Köln auch Wasserstoffbedarf im Chempark und darüber hinaus.

Leuchtturmprojekt für die Chemieindustrie

Durch die vielseitigen Wasserstoffanwendungsbereiche auch im Logistik- und Verkehrssektor sieht Betreiber Currenta auch viele Anknüpfungspunkte in der direkten Nachbarschaft des Chempark. Die geplante Anlage seir für die Chemieindustrie Nordrhein-Westfalens ein Leuchtturmprojekt. "Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Umsetzung der europäischen sowie der nationalen Wasserstoffstrategie geleistet und dient insbesondere der Erreichung der in der Wasserstoff-Roadmap Nordrhein-Westfalens gesetzten Klimaziele", teilt das Unternehmen mit.

Hans Casier, CEO von Ineos Phenol & Ineos Nitriles, kommentierte: „Diese Entwicklung baut auf der führenden Rolle von Ineos bei der Dekarbonisierung der Industrie mit grünem Ammoniak und der Methanolproduktion aus grünem Wasserstoff auf. Der Übergang wird durch die wachsende Nachfrage nach kohlenstoffarmen und bezahlbaren Energiequellen vorangetrieben.“ Stephan Müller, Energy Commercial Manager Ineos Olefins & Polymers North, bekräftigte die Bedeutung für den Standort: „Das grüne Wasserstoffprojekt ist ein wichtiger Meilenstein, um den Kohlenstoff-Fußabdruck am Standort Köln deutlich zu reduzieren und unsere ehrgeizige Nachhaltigkeitsagenda Richtung Netto-Null voranzutreiben.“

Frank Hyldmar, CEO des Chempark-Betreibers Currenta, hob die Entwicklung der Wasserstoff-Wirtschaft an sich hervor: „Treibhausgasarme Wasserstofferzeugung ist eine zentrale Technologie, damit die Wirtschaft in Europa CO2-neutral werden kann. Die Ziele dieses gemeinsamen Projektes passen deshalb perfekt zu unseren Ideen und Überzeugungen beim Thema Nachhaltigkeit. Wir wollen unsere Infrastruktur und unser Know-how in diese Entwicklung einbringen.“

Regionales Wasserstoffdrehkreuz

Ineos betreibt am Standort Köln eine Reihe von Produktionsanlagen zur Herstellung von Basischemikalien wie Ethylen, Propylen, Butadien, Aromaten und Ammoniak. Diese Produkte sind wichtige Bausteine in der Chemie- und nachgelagerten Industrie, welche zum Beispiel zur Herstellung von Dämmstoffen, im Leichtbau für den Verkehrssektor sowie in der Energiewirtschaft für Windräder, Solaranlagen und Stromkabel benötigt werden. Ineos hat seit vielen Jahren Erfahrung mit der Erzeugung, dem Transport und dem Einsatz von Wasserstoff. Dieser fällt auch am Standort Köln als Nebenprodukt an. Die Ineos-Gruppe hat bereits mehrere Projekte in Europa auf den Weg gebracht, um emissionsarmen und grünen Wasserstoff zu entwickeln.

Der Chempark-Manager und -Betreiber Currenta setzt auf seine Erfahrung und Expertenwissen im Betrieb von Industrieanlagen und dem Management komplexer Genehmigungsverfahren. Für Chemiestandorte typisch ist darüber hinaus das Vorhandensein von Wasserstoffquellen und Wasserstoffbedarfen in den chemischen Produktionen. Die Chempark-Standorte verfügen zudem über die erforderlichen Flächen und die nötige Infrastruktur wie Strom- und Gasnetzanbindungen und bieten damit ideale Voraussetzungen, um ein regionales Wasserstoffdrehkreuz aufzubauen.

Das Projekt hat die erste Auswahlphase des IPCEI-Prozesses (Important Projects of Common European Interest) erfolgreich bestanden. Das ist ein erster entscheidender Meilenstein. Nun sind planbare verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen wichtig. Dies gilt insbesondere für die weitestgehende Entlastung von grünen Wasserstofferzeugungen und anderen treibhausgasarmen Technologien mit ihren hohen Strombedarfen von den Strompreisumlagen.

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